Skylla ist ein ganz nettes Buch. Was heißt ganz nett? Dass es weder so richtig Fleisch noch so richtig Fisch ist. Das positive vorne weg: Das Buch macht richtig Lust darauf, mal wieder nach Italien zu fahren. Und da ich schon mehrmals auf der Insel Capri war, das nächste mal auf alle Fälle die Villa des Tiberius anzusehen. (die gibt es dort nämlich wirklich)
Das Buch macht Lust darauf sich mal wieder mit römischer Geschichte und der Geschichte der römischen Kaiser zu beschäftigen. Tibeius (um den es in diesem Buch immer wieder mal geht), war der Kaiser, der zum Zeitpunkt der Kreuzigung Christi Kaiser in Rom war (interessante Parallele - das Buch weist an einer Stelle darauf hin).
Die Geschichte ist etwas dürftig, bzw. hat ein paar Fehler, denn aus einem nur kurzen (Urlaubs-)Aufenthalt wird ziemlich abrupt ein um so längerer an dessen Ende der Erzähler den Rohbau seines Hauses in Italien stehen hat. (kann man sich so schnell Zeit frei machen? Und kann man sich auch so schnell entscheiden zu bauen? Mir kam das alles etwas schnell vor)
Das Buch hat auch manche Länge, da ziemlich ausführlich die Widernisse beim Bau eines Hauses in Süditalien beschrieben werden. Dieser Hausbau hat aber so ganz direkt nichts mit der eigentlichen Geschichte, der Skylla zu tun. Bzw. bringt diese Geschichte nicht wesentlich voran.
Es ist auch alles etwas knapp dargestellt, so z.B. die Suche nach seiner Ehefrau (ohne die Handlung verraten zu wollen), da macht er sich mit seiner Tochter auf die Suche, es wird aber erst bei der Rückkehr klar, dass es mehrere Wochen sind.
Und dann was soll die ganze Geschichte mit den fünf Jahren nach der eigentlichen Geschichte? Vielleicht habe ich das nicht begriffen.
In das Buch wird auch noch die "alt 68 er / Sponti" Vergangenheit des "ich"Erzählers vermengt. Was soll das bringen? Den Beweis, dass der Sponti erfolgreicher Rechtsanwalt wurde? Solche Geschichten und Lebensberichte kennt man doch schon zur Genüge. Oder warum tritt dieser Paul Stirlitz auf?
Vielleicht aber handelt es sich insoweit um den Unterschied eines 320 Seiten Buches (soviele Seiten hat das Buch) zu einem 680 Seiten Schmöker, der einfach alles besser erklären kann.
Insgesamt scheint es sich um eine "wahre" Geschichte zu handeln, da sonst solche Details wie der Löschwasserabwurf oder aber dieser Berliner "Freund" keinen so großen Raum bekommen würde.
Ich bin mir insgesamt nicht sicher, ob ich das Buch empfehlen kann. Daher nur 2 Sterne.