Movieman.de
Bild: Die Flugszenen sind wirklich atemberaubend gefilmt. Vor allem die Pilotviews sind von einer ungemein hohen Schärfe, die jedes kleine Details in der Kanzel darstellen, inkl. dem Headup-Display (00.30.05). So macht das Zuschauen richtig Spaß, auch und besonders auf der großen Leinwand. Von Kontrastschwächen keine Spur, von kleineren Farbeinschränkungen in dunklen Momenten einmal abgesehen. Selbst in knallblauen Himmelsbildern ist nahezu kein Rauschen zu entdecken, was auf ein wirklich hervorragendes Basismaterial schließen lässt. Die Farbsättigung ist ebenfalls nicht zu bemängeln und wirkt sehr natürlich und kraftvoll zugleich. Lediglich ein paar sanfte Ruckler trüben den Bildgenuss (01.27.01)
Ton: Das Sounddesign des rasanten Streifens besticht durch massive Basseinlagen bei Nachbrennereinsätzen, Überflügen und Gefechten. Eine schiere Fülle an kleineren und richtig fetten Effekten durchzieht den gesamten Film vorn und hinten natürlich in Stereo. Dabei bleiben die Dialoge trotzdem noch klar verständlich und nutzen sogar überwiegend den Grundtonbereich der menschlichen Stimmen. Die DTS-Version kann nur geringfügig mehr Druck aufbauen, bleibt aber ein absoluter Basshammer. Ein echtes Soundspektakel mit Vorführempfehlung.
Extras: Das Interview mit dem Hauptdarsteller Benoit Magimel entstand in Deutschland und ist von einer Übersetzerin begleitet. Darin gibt er u.a. preis, dass Sky Fighters keineswegs eine Computersimulation ist, sondern alle Flugszenen real gedreht wurden. Wer mehr Bonusmaterial möchte, wartet auf die angekündigte S.E.-Version Anfang august. --movieman.de
VideoMarkt
Video.de
Blickpunkt: Film
Gerard Pires, der mit 'Taxi' eine dicke Franchise entwarf, nimmt sich dem populären französischen Comic 'Tanguy und Laverdure' an, der bereits in den Sechzigern als TV-Serie lief. Den Vorbildern von 'Top Gun' bis zum 'Stählernen Adler' begegnet er mit ungestylten Bildern ohne Hurrah-Militanz, bis der überhasteter Plot querschießt.
Benoît Magimel ('Das tödliche Wespennest') tritt mit aerodynamischen Oberlippenschnauzer an und gibt mit Filmpartner Clovis Cornillac ('Mathilde - eine große Liebe') ein Himmelsstürmer-Duo ab, das gleichermaßen den Machismo wie andernorts bußgeldpflichtige Anmachstrategien beherrscht.
Die Kampfpiloten Marchelli (Magimel) und Vallois (Cornillac) sollen den Verbleib einer verschollenen Mirage 2000 aufklären. Als der offenbar geklaute Abfangjäger Vallois abschießen will, reagiert Marchelli gegen Befehl und holt den Angreifer in Notwehr vom Himmel. In der darauffolgenden Untersuchung des sündteuren Verlusts werden undurchsichtige Ränke geschmiedet und Beweise gefälscht, wobei Regierungsbeauftragte Coste (Géraldine Pailhas) und Mr. Betrand (Philippe Torreton), der die beiden Piloten für eine dubiose Ausschreibung haben möchte, besonders auffallen.
Nicht so espritvoll wie 'Taxi' zwängt Pires und Koautor Gilles Malencon die Geschehnisse in ein enges Spielfilmkorsett, das im raschen Rhythmus zwei unterschiedliche Genres nicht ganz nahtlos vereint: einerseits rasante Kamikaze-Flugstunden, die mit neuartigem Kamerasystem nie gesehene Eindrücke von den Mirage-Jets liefern und konsequent auf CGI und Werbeästhetik verzichten. Andererseits verstrickt Pires in seine Geschichte wirtschaftliche und politische Intrigen und ihre kriminelle Durchsetzung, von denen man nur die Auswirkungen erfährt - das ist weit mehr Anspruch als beim B-Pic 'Stealth', der aber auch eingelöst werden will.
Luftakrobatik und Wirtschaftskrimi führen im steten Wechsel zu einem Terrorziel am französischen Nationalfeiertag, an dem auch schon Fred Zinnemanns Schakal das Staatsoberhaupt erschießen wollte. Unentschlossener Plot, unplausible Abfolge spielen keine Rolle, entscheidend ist letztlich: Wer die Mach zwei schnellen Deltaflügler des Rüstungskonzerns Dassault den amerikanischen F-16 vorzieht, bekommt spektakuläres Anschauungsmaterial geboten. Und dieses Angebot nahmen die französischen Zuschauer überschwänglich an. tk.