Ich spreche hier als durch eigene Versuche vorgebildeter Laie.
Das Buch ist schön anzusehen, ein Bildband, den man durchaus unaufdringlich auf dem Wohnzimmertisch platzieren kann, wenn man Besuch erwartet, der beeindruckt werden will. Die Geschichte der Steinbearbeitung ist interessant zu lesen und schön sowie vollständig (genug, jedenfalls für mich) aufbereitet. Auch das Kapitel über Steinvorkommen, -entstehung und -abbau ist nett zu lesen. Mir als Einsteiger brannte zu diesem Zeitpunkt unter den Fingernägeln, dass ich gern mal so langsam Tips für mein eigenes Schaffen sehen wollte. Diese kommen denn auch, allerdings für meinen Geschmack doch etwas kurz, beziehungsweise immer eingebunden in die Schilderung von (abgefahrenen Profi-) Projekten der Autoren. Speziell zur Specksteinschnitzerei findet sich in diesem Buch kein Piep, das weicheste Material, das erwähnt wird, ist Alabaster. Generell vielleicht eher für den Profi als den Hobbyheimer interessant, aber wie gesagt hübsch anzusehen und man findet auch als Einsteiger einige lesenswerte Stellen.
Ich muss mich allerdings einem Vorredner anschließen, von der Übersetzung her ist das Buch wirklich nicht gut (omgwtfbbq!). Miguel Angel kommt öfters mal vor, den kann man sich finde ich vielleicht aber noch denken, aber im Gegensatz dazu gab es auch ein-zwei Namen, die ich so gar nicht zuordnen kann. Bei Eigennamen mag das verzeihlich sein, aber teilweise werden in diesem Werk offensichtlich Wort für Wort übersetzte Redewendungen oder Satzteile verwendet, die es im Deutschen schlichtweg nicht gibt. Der Sinn erschließt sich teilweise nach kurzer Meditation, teilweise gar nicht. Mir kam gelegentlich die Szene aus Lost in Translation in den Sinn, wo der japanische Regisseur lange Monologe hält, und die Übersetzerin nur ein bis zwei Worte an den Schauspieler weitergibt.
Insgesamt ein lohnendes Buch, wenn man alle Aspekte berücksichtigt, hat mir aber nicht ganz das gegeben, wonach ich gesucht habe (Anleitung für Einsteiger).