Die DVD wirbt mit dem Slogan "Zwei Filme für nur 9,99 ¤". Fragt sich, wieviel Qualität man für den Preis erwarten kann.
Der erste Film "Der Skorpion" ist nicht gerade ein Aushängeschild des Deutschen Krimis. Zwar verspricht die Handlung über die Mordserie in der Drogenszene viel Spannung, doch leider wird viel Potential verschenkt. Vor allem die unglaubwürdige Handlung und die mitunter völlig überdrehten Charakterzeichnungen sorgten bei mir für Kopfschütteln. Das zeigt sich schon am Anfang des Films bei der Abifete. Hier sieht man ziemlich überdrehte junge Leute in albernen Kostümen beim Ringelpiez mit Anfassen. Nicht nur das Outfit der Feiernden, auch die Musik erinnert meiner Meinung nach eher an den Kölner Karneval als an einen Abiball. Unglaubwürdig auch die Tatsache, dass die Rolle des 18jährigen Robin ausgerechnet vom 1971 geborenen Marek Harloff übernommen wurde, der zum Drehzeitpunkt bereits ca. 26 Jahre alt war. Es gibt doch bestimmt genug talentierte Nachwuchsschauspieler entsprechenden Alters. Wer mir nicht glaubt, sollte sich den Film "Klassenfahrt" anschauen. Hier wurde mit richtigen Schülern gearbeitet, denen man ihre Rolle auch abkauft. Wenig realistisch erscheint mir die Auflösung um die Identität des Killers. Der konstruierte Showdown setzt dem ganzen dann die Krone auf. Die Liebes- und Erotikszenen zwischen Robin und Daria haben Null Atmosphäre und ziehen den ohnehin schon unspannenden Film nur künstlich in die Länge, denn zu sehen bekommt man fast nichts bis auf ein bisschen nackte Haut. Von einem FSK-16-Film hätte man ruhig etwas mehr erwarten können, zumal man auch von den Mordstaten so gut wie nichts mitbekommt. Zumindest Freunde unfreiwilliger Situationskomik kommen bei den sinnfreien Dialogen auf ihre Kosten, Bsp.: "Herr Ober, können wir uns hier vom Springbrunnen wegsetzen, bei dem Geplätscher muss man ja andauernd." - Zum Fürchten! Fazit: Selbst ein Heiner Lauterbach, der als tougher Drogencop durchaus überzeugend rüberkommt, vermag den langatmigen und unglaubwürdigen Film nicht zu retten.
Nach der herben Enttäuschung, hätte ich mir den zweiten Film "Spiel um dein Leben" am liebsten nicht mehr angesehen, tat dies aber trotzdem aus Neugierde. Die Ausgangssituation des Thrillers ist ungleich bizarrer: Der junge Mann Nick, ein Taxifahrer, der von einer großen Filmkarriere träumt, stellt eines Tages fest, dass sein Leben von anderen Mächten kontrolliert wird. So spielen ihm seine neue Geliebte Eve und sein Freund Plato nur etwas vor. Sie sind handelnde Personen in einem Spiel, bei dem Nick selbst unfreiwillig die Hauprolle zu Teil wird. Davon ahnt er natürlich zunächst nichts. Zwar ist auch dieser Thriller nicht immer glaubwürdig, wobei mich vor allem wunderte, wie Nicks Konto so einfach geplündert werden konnte. Die interessante und wendungsreiche Storyline macht diese Mängel jedoch weitgehend wieder wett. Auch die Spannungsmomente kommen nicht zu kurz, vor allem die Schlussszene ist Suspense pur. Die Besetzung mit Ben Becker und Heino Ferch ist top. Fazit: Inhaltlich mit "The Game" vergleichbar, aber nicht ganz so gut, jedoch für einen unterhaltsamen TV-Abend geeignet.
Noch kurz einige Bemerkungen zur DVD: Bild- und Tonqualität sind kaum als zeitgemäß zu bezeichnen. Die Tonspur liegt nur in Stereo vor und das leicht verrauschte Bild ist kaum besser als VHS-Standard. Es fehlen der Kontrast und die Tiefenschärfe. "Spiel um dein Leben" schien mir im Vergleich zu "Der Skorpion" qualitativ etwas besser zu sein. Weitere Trailer gibt es nicht zu sehen, was angesichts der Gesamtlaufzeit von 200 Minuten nicht negativ ins Gewicht fällt.