Skogland ist kein leichtes Jugendbuch über ein Mädchen, das aus dem Alltag ausbricht und für einige Zeit Prinzessin spielen darf. Natürlich ist Jarwen zuerst darüber entzückt, dass sie eine Rolle beim Film bekommen hat. Doch mit der Zeit stellt sich heraus, dass sie die ganze Zeit angelogen wurde und ihr Leben in Gefahr ist, sollte sie nicht mehr mitspielen. Sehr präzise werden die Gefühle des Mädchens geschildert, die am Anfang noch von Glücksgefühlen überwältigt ist, später jedoch die harte Wahrheit erfahren muss. Sie ist lediglich ein politischer Spielball. Ein brauchbarer Ersatz für die Regierung, da die echte Prinzessin geflohen ist.
Und Skogland ist nicht so prächtig wie es auf den ersten Blick schien. Der Süden hat lange Zeit die Ressourcen des Nordens ausgebeutet und ist dadurch zu beträchtlichem Wohlstand gekommen. Leider haben die Nordskogen davon so gut wie gar nicht profitiert. Deswegen haben sich nun einige Rebellen erhoben, die gegen diese Ungerechtigkeit mit Gewalt vorgehen wollen. Dies will der Süden um jeden Preis verhindern und möchte deswegen ein Gesetz beschließen, dass es den Nordlern verbietet, in den Süden einzureisen und eine Armee im Norden stationieren. Dazu jedoch braucht es die Sympathie der Bevölkerung und die lässt sich nur mithilfe der Prinzessin gewinnen.
Hier wird in einer fesselnden Geschichte dargelegt, dass man niemals mit Gewalt irgendwelche Probleme lösen kann. Es ist ein Manifest gegen Unterdrückung und Ungerechtigkeit. Aber auch ein Mahnmal dafür, wie schnell man sich in einem Kreislauf und Gegengewalt verstricken kann, aus dem es kein Entkommen mehr gibt. Nicht gerade leichte Lektüre für Jugendliche. Aber gerade in unserer bedrohten Zeit mit unzähligen Krisenherden eine jugendgerecht verpackte zeitliche Geschichte, die jungen Menschen die Augen öffnet.