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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Interessantes, abseitiges Melodram...,
Von
Rezension bezieht sich auf: Sklavin des Herzens (DVD)
Für den Hitchcock-Unkundigen mag es vielleicht seltsam erscheinen, diesem Film die volle Punktzahl zu geben, dem es noch stärker als "Der Fall Paradin" (1947), "Ich beichte" (1952) und "Der Falsche Mann" (1956) an Hitchcock-typischer Suspense und Ironie fehlt. Doch sind alle diese Filme unheimlich wichtig, wenn man sich mit der Moral Hitchcocks befaßt, einer inneren Schwermut, die ihren kreativen Gipfel schließlich in "Vertigo" (1958) fand. "Sklavin des Herzens" ist außerdem eine Art Verbindungsglied zwischen den eher märchenhaft geprägten Filmen von Hitchcocks Selznick-Phase ("Rebecca", 1939, "Verdacht", 1941, etc.) und späten Meisterwerken wie "Psycho" (1960), mit dem er u.a. die morbide Stimmung gemeinsam hat (z.B. während der Schrumpfkopfsequenz). Auch die Pferdesymbolik von "Marnie" (1964) und der Mißbrauch von Freundschaft, der zu unglücklicher Liebe führt ("Vertigo"), wird hier vorweggenommen (letzteres Motiv geht übrigens auf "The Manxman", 1929, zurück, Hitchcocks letzten Stummfilm). Eigenständigkeit erhält der Film u.a. durch die langen Einstellungen, die nicht nur die Unheimlichkeit des weitläufigen Hauses zeigen, sondern auch die innere Entferntheit der Personen voneinander, die sich darin bewegen: Dies wird besonders deutlich in den Szenen, wenn sich Adare (Michael Wilding) und Lady Henrietta (Ingrid Bergman) näherkommen, worauf jedoch stets endlos lange Schwenks auf Joseph Cotten (als Flusky) folgen, der immer stärker isoliert wird. Die Farben des Films haben überdies eine wunderschöne Gedämpftheit, die an ein Dahindämmern erinnern (was Henrietta als Alkoholikerin ja auch wirklich tut!).Also: "Horizonte" erweitern, Film bewundern und weiter im Hitchcock-Universum schnüffeln - es gibt noch viel zu entdecken! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Im Sumpf der Liebe,
Von
Rezension bezieht sich auf: Sklavin des Herzens (DVD)
Nachdem Alfred Hitchcock sich fest im Thrillergenre etabliert zu haben schien, knüpfte er mit "Under Capricorn" (1949) wieder an eher melodramatische Filme wie "Rebecca" (1940) oder "The Manxman" (1929) an, und auch wenn das in Australien angesiedelte Liebesdrama um Ingrid Bergman an den Kinokassen wenig Geld einspielte und somit für den Regisseur, der auch einer der Produzenten war, einen empfindlichen Verlust bedeutete, gilt vielen Filmkritikern "Under Capricorn" als einer der besten Filme Hitchcocks.Der Film erzählt die Geschichte der schönen Lady Henrietta (Ingrid Bergman), die in jugendlicher Leidenschaft den Stallburschen Sam Flusky (Joseph Cotten) geheiratet hat. Als Flusky des Mordes an Henriettas Bruder angeklagt wird, die Jury aber auf Totschlag erkennt, wird der Stallbursche von Irland nach Australien deportiert, wohin seine Braut ihm nachfolgt. "Under Capricorn" setzt in dem Moment ein, als Charles Adare (Michael Wilding), der Cousin des neuen Gouverneurs, nach Australien kommt und Sam, der inzwischen freigelassen worden ist und es zu Wohlstand gebracht hat, kennenlernt. In Henrietta trifft Adare eine alte Bekannte, die er zu seinem Entsetzen jedoch durch Alkohol und Melancholie dahingerafft sieht. Nach und nach findet Henrietta durch den Umgang mit ihrem aristokratischen Freund wieder zu alter Lebensfreude zurück - sehr zur Freude Sams und zum Ärger der Haushälterin Milly (Margaret Leighton), die sich in Sam verliebt hat und danach trachtet, Henriettas Stelle einzunehmen. Als Milly herausbekommt, daß Adare mehr für Henrietta empfindet, wittert sie ihre Chance, ihre Rivalin zu vernichten, indem sie in Sam bittere Eifersucht weckt, und es bahnt sich eine Katastrophe an. Mit seinem Vorgänger "Rope" (1948) teilt "Under Capricorn" die äußerst langen Einstellungen, die Hitchcock nutzt, die Konstellationen zwischen den Figuren bildlich darzustellen. In einer Szene am Anfang etwa befinden sich Sam und Adare vor dem Flusky-Anwesen, und der ehemalige Stallbursche klagt seinem neuen Freund sein Leid und offenbart ihm seine Sorge um Henrietta. Die Kamera, die während des langen Gesprächs auf beiden Männern geruht hat, wandert dann in den ersten Stock und zeigt Henrietta, die einsam auf dem Balkon steht und in die Dunkelheit hineinhorcht. Die lange Kamerafahrt durch den menschenleeren Raum deutet sehr geschickt die Isolation an, in die Verzweiflung, bittere Erfahrungen und Alkohol die Dame des Hauses getrieben haben. Später dann findet sich Sam zusehends isoliert: In einer Szene sitzen das Ehepaar und der Hausfreund beim Frühstück am Tisch, und man plant, Henrietta für einen Ball einzukleiden. Schließlich hat die Kamera nur noch Henrietta und Adare im Blick, dann schwenkt sie auf den Stuhl, in dem eben noch der Ehemann gesessen hat und der nun --- leer ist. In einem langen, langen Schwenk geht die Kamera um den Tisch herum und kommt schließlich in der Eingangshalle an, durch die sich nun Sam, den Rücken zum Zuschauer gewandt, einsam entfernt. Aber die langen Einstellungen zeigen auch, wie Sam als Störfaktor erscheint. In einer Unterhaltung zwischen Adare und Henrietta, während deren sie einander näher kommen, erscheint plötzlich Sam im Bild, ganz in Schwarz gekleidet, und drängt sich zwischen die beiden. Das sanfte Licht der Abendsonne läßt seine finstere Erscheinung wie die eines Eindringlings wirken. "Under Capricorn" ist ein Film der leisen Töne, der fast keinerlei Suspense-Elemente und auch wenig typischen Hitchcock-Humor bietet. Doch er brilliert durch seine Figurenzeichnung. Eigentlich kann man sich in jede der handelnden Figuren gut hineinversetzen, selbst in die intrigante Milly, und man ist berührt von dem Verhängnis, in das sie durch ihre überwältigenden Leidenschaften, ihre klassenbezogenen Bitterkeiten - so scheint Sam und Milly doch mehr zu verbinden als Sam und Henrietta - und ihren Egoismus, der indes menschlich erscheint, gestürzt werden. Hinzu kommt, daß Hitchcock ein sehr glückliches Händchen bei der Besetzung der Rollen hatte. Cotten wirkt ausgesprochen glaubwürdig als rauher Selfmademan, und Wilding überzeugt als etwas arroganter Aristokrat. Über die Bergman und ihre schauspielerischen Qualitäten muß wohl kaum ein Wort verloren werden - auch wenn sie mir hier an manchen Stellen etwas zur Übertreibung neigt-, und Margaret Leighton läßt durch ihre angenehme Erscheinung, die kaum zur intriganten Bosheit ihrer Figur zu passen scheint, Millys Charakter lange in der Schwebe. Schade ist, daß die Qualität der DVD - ich rede von der, die nur die deutsche Tonspur bietet - ausgesprochen minderwertig ist. Massive Bildstörungen zerstören einen großen Teil des Filmgenusses. Ich habe die DVD zurückgeschickt und die andere Ausgabe von ArtHaus bestellt. Es bleibt zu hoffen, daß der Film hier in besserer Qualität aufgespielt wurde und daß er auch eine in der deutschen Fassung geschnittene Szene enthält, die auf der anderen DVD im Originalton zu sehen ist. Sobald ich die neue DVD habe, werde ich die entsprechenden Informationen an dieser Stelle nachtragen. Nachtrag vom 23.07.2011: Heute morgen ist die DVD angekommen, und auch wenn die Bildqualität nicht eben überragt, so ist sie doch um Klassen besser als die der anderen DVD. Die von mir bemängelten massiven Bildstörungen kommen bei ArtHaus nicht vor, und auch die ursprünglich geschnittene Szene ist vorhanden (freilich mit deutschen UT und in schlechterer Qualität als der Rest des Filmes). 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2.0 von 5 Sternen
Finger weg ein einziger flopp,
Von
Rezension bezieht sich auf: Sklavin des Herzens (DVD)
Der Film ist 1949 entstanden, als Hitchcock schon angefangen hatte klassische amerikanische Filme zu drehen die jedemein Begriff sind. Diesen Film kann man nur als Ausrutscher sehen, der auf jeder Ebene versagt. Ja da ist die schöne Einstellung des Hauses im Nebel, in dem die unheimliche Trinkerin Bergman und ihr Mann im Film Joseph Cotton wohnt. Michael Winding (Hon. Charles Adare) kommt also dahin und will das Geheimnis lüften. Aber das Versprechen das auch nur eine Spur Spannung aufkommen könnte ist schnell dahin. Eeeeeeendlose Dialoge, die wie Monologe erscheinen langweilen den Zuschauer ins Bodenlose. Emotionale Erregungen der Bergman wirken leblos, weil sie in keiner Beziehung zu stehen scheinen mit den zwei Männern die sie umgeben. Anstatt dass es zu einem Dreiecksverhältnis kommt, wird der Erzählstrang einfach konfus. Cotton und Winding können aus dem Drehbuch wirklich nichts machen, sie scheinen sich anscheinend selber zu fragen was sie in diesem Haus und der Geschichte des Films eigentlich wollen. Da von außen auch keine Anregung kommt und der Film fast nur im Haus aus den Dialogen der drei besteht und einigen unglaubwürdigen Dienern im Haus, sollte man diesen Film Hitchcocks möglichst schnell vergessen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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