Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein Buch zum Mitdenken, immer noch aktuell..., 15. Dezember 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Auf der Sklavenroute, Meine Reise nach Westindien (Gebundene Ausgabe)
Eine Wiederbegegnung mit der früheren Umgebung des Autors und ihren Werten; er sieht sie wieder, denkt darüber nach, vergleicht, zeigt uns sein Bild. Illustriert seine Aussage mit scheinbar unbedeutenden Beispielen und lässt so ein klares Bild einer Welt entstehen, wie wir sie bisher nicht kannten. Ein guter Beobachter, der seinen Blick unfehlbar hinter die Fassade richtet und uns erzählt, was er da sieht und wieso er lieber Abstand halten möchte. Er befreit die romantischen Vorstellungen von ihrer Schminke, zeigt die blauen Flecken und Misshandlungen, aber auch die Gleichgültigkeit der Menschen diesen Wunden gegenüber. Ein gutes Buch - zwar nicht für jedermann, weil es Mitdenken verlangt.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ich lese viele Bücher, 6. Februar 2003
und wenige beeindrucken mich. Dieses Werk von Naipaul gehört zu den wenigen Büchern. Jetzt kann man natürlich sagen: Schon klar, kaum den Nobelpreis gewonnen, schon finden allen den Autoren toll - aber in diesem Fall würde ich solche Vorwürfe einfach zurückweisen. Naipaul schafft es mit diesem Buch die "Westindies" vor dem Auge des Leser auferstehen zu lassen. Selten habe ich ein Buch gelesen, in dem ich so in eine für mich Fremde Kultur hineingezogen worden bin. Sprachlich brillant. Hinzu kommt meine Hochachtung vor dem Autor, der es schafft trotz seiner Westindischen Abstammung und seiner englischen Prägung vollkommen wertneutral die Situation zu schildern, ohne dabei distanziert zu wirken. Nur ganz wenige Autoren sind dazu in der Lage. Aber noch aus einem anderen Aspekt ist dieses Buch für mich außergewöhnlich: Es ist ein sehr interessantes Zeitdokument - geschrieben 1960. Es gibt sehr orginalgetreu (aus meiner Sicht) die politischen Zustände wieder - und noch viel wichtiger: Die aus damaliger Sicht wichtigen Themen. Die Sklavenfrage, die gesellschaftliche Position der unterschiedlichen Rassen und die Loslösung vom Kolonialismus sind zentrale Themen im Buch von Naipaul. Diese Themen würden aber aus heutiger Sicht nicht nur eine andere Gewichtung, sondern auch eine andere Form der Darstellung erhalten. Interessant finde ich auch, dass es schon 1960 Autoren gab, die dem zunehmenden Amerikanismus in einer Gesellschaft sehr kritisch gegenübergestanden haben. Insgesamt sicherlich ein sehr, sehr gutes Buch. Nicht leicht verdaulich und somit vielleicht nicht für jedermann. Jeden der politisch inspirierte Literatur mag, die zudem noch ein Zeitfenster öffnet sei dieses Buch wärmstens empfohlen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Spuren der Sklaverei, 3. Juni 2004
Dieses Buch ist wahrlich interessant, weil es in die Karibik jenseits der Tourismus-Bilder von bezaubernden Stränden führt. Naipaul ist Inder, der in Trinidad aufwächst und später in Grpßbritannien lebt. Er besucht seine alte Heimat Trinidad, beschreibt sehr exzellent, wie die Menschen dort denken, welche Faktoren in der Vergangenheit und Gegenwart auf die Insel eingewirkt haben. Die Reise führt ihn weiter nach Guyana, Jamaica, Martinique (frz.) und die niederländischen Antillen. Im Zentrum der Reisebeschreibung steht das Nachdenken über das System der Sklaverei, das mit Kolonialismus und Rassismus einhergegangen ist. Die Spuren dieser Gesellschaftsordnung wirken bis heute nach und Naipaul beschreibt sie Anfang der 1960er Jahre. Wer die Karibik profund kennen lernen möchte, der sollte dieses Buch lesen.
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