'Ich werde nicht eher aufgeben, bis die letzte Kamalari befreit ist.' ' So lauteten die Worte Urmila Chaudharys, einer starken Frau, die ihr Leben dem Kampf gegen die Sklaverei verschrieben hat, denn sie weiß aus eigener Erfahrung, was einem als Sklavenmädchen blüht.
Dieses Buch hat mich tief berührt und auf schockierende Weise gefesselt ' es war ein bisschen wie bei einem Unfall: sehen möchte man das eigentlich nicht, aber weggucken kann man auch nicht. Und ich denke, vor einem so schwerwiegenden Thema wie der Sklaverei sollten man sowieso nicht die Augen verschließen.
Mich hat dieses Buch sehr zum Nachdenken angeregt ' hier zu Lande ist es selbstverständlich, dass Mädchen und Jungen auf gleicher Stufe stehen und jedem die Tür zur Bildung offensteht. Wenn man wieder einmal bei dem schönsten Sonnschein an den nervigen Hausaufgaben sitzt, das Schulheft nur noch in die Ecke pfeffern und rausgehen möchte, vergisst man nur allzu leicht, dass dies ein Privileg ist, das nicht jedem Kind dort draußen zuteilwird. Unsere Bildung ist unser Kapital ' was geschieht also mit solchen Menschen, die keinen Zugang zu ihr haben?
Dieses Buch zeigt es uns und das Wissen, dass es sich darin um reale Personen dreht, denen das alles wirklich so wiederfahren ist, lastet schwer auf einem.
Doch gleichzeitig weiß Urmila Chaudharys Geschichte Hoffnung zu verbreiten, denn sie beweist, dass es immer noch Menschen auf der Welt gibt, die nicht tatenlos bleiben und sich in ihrem Schneckenhaus verkriechen. Nein, diese Menschen erheben sich im Angesicht des größten Leids und versuchen, dieses zu schmälern ' für mich sind das die wahren Helden.
Selbst die Aufmachung des Buches empfand ich als sehr schön, da sich innen drin nochmal Bilder von Urmila und ehemaligen Kamalari befinden, die einen ebenso wie die vielen Beschreibungen mehr über das Land und ihre Leute lehren.
Ein durch und durch bewegendes Buch, das ich bestimmt noch öfters zur Hand nehmen werde!