Regisseur Michael Carreras ist wieder am Werk! Das sagt alles. Der gute Mann, der kurze Zeit später zum Chef des Studios ernannt wurde, war für seine sehr primtive Auslegung von "Publikumsgeschmack" bekannt.
So hatte er in Hammers "Umbruchjahren" 1966 die Idee, diesen Amazonen-Film zu produzieren. Ein paar Halbnackte Tänzerinnen und ein provokanter Titel ("Slave girls", woah!), das muß reichen ("Besonders die Amis werden das fressen!"). Und tatsächlich, daneben gibt's wirklich nicht viel. Die Story ist so unglaublich träge und langweilig, das man fürchtet, ins Koma zu fallen. Doch geklappt hat's! Der Film kam nicht übel an damals!
Kulissen, Story, Darsteller - alles indiskutabel, und aus heutiger Sicht so antiquiert wie Urgroßvaters Taschenuhr.
Hammer war eben immer dann am besten, wenn es um Horror ging. Auf anderen Gebieten versagten sie (ob nun mit bizarren Dinosaurierfilmen, urkonservativen Kriegsfilmen oder eben Abenteuerquatsch wie diesem - sie konnten's nicht). Doch nicht schlimm, ein Studio, das die wohl besten Gruselfilme aller Zeiten schuf, kann damit zufrieden sein, nur ein Genre bis in die Perfektion zu beherrschen. Und außerdem muß man sagen, das die Hammer Studios kein Studio für "Hohe Kunst" waren, sie waren natürlich kommerziell ausgerichtet, und mussten versuchen, jeden Publikumsgeschmack zu bedienen. Nur dies sicherte dem Studio ein Bestehen von fast 50 Jahren.
Also gibt's hierzulande eine Hammer-DVD, auf die man getrost verzichten kann, dann ist es diese. Das einzige, was einen Kauf interessant macht, ist das der Film in Deutschland recht selten gezeigt wurde. Liefen die meisten anderen Hammer Filme auf SAT.1 und RTL rauf und runter, so ist mir keine Fernsehaustrahlung dieses Films bekannt. Aber ob das zum Kauf reicht?