Zur Aufmachung
Das Originalcover sieht nicht nur seltsam aus, sondern es gibt auch einen völlig falschen Eindruck von der Geschichte. Man hat das Gefühl, als sei Lia eine Kämpferin, die sich gegen das System auflehnen wird, die einfach alles schaffen kann. Aber das ist sie nicht. Zumindest nicht in diesem ersten Band. Da finde ich das deutsche Cover deutlich gelungener, auch wenn das recht viel offen lässt.
Skinned ist natürlich ein toller Titel!
Zum Buch
Ich muss gestehen, dass ich den Beginn des Buches gar nicht mochte. Es war einfach so komplett anders als das, was ich mir erwartet habe. Das lag vor allem am englischen Cover... Ich hatte wegen des Covers also eigentlich erwartet, dass das Buch mehr in Richtung Die Tribute von Panem gehen würde. Auch hat es mich enttäuscht, dass einige Konflikte zu Beginn des Buches unheimliches Potential hatten, dieses aber kaum genutzt wurde.
Was die Kurzbeschreibung nämlich nicht preisgibt: Lia Kahn ist tot. So ist das nämlich. Die Person aus deren Sicht das ganze geschrieben ist, besitzt alle ihre Erinnerungen und ihre Denkweise, alles, aber sie IST nicht Lia. Sie besichtigt sogar einmal Lias Leiche. Wenn man mal darüber nachdenkt, dann ist es von Eltern ganz schön krank, eine Kopie ihrer Tochter anzufertigen, oder nicht? Das Ganze wird aber zu Beginn kaum thematisiert. Da geht es mehr darum, dass die ach so super beliebte Lia jetzt plötzlich ausgeschlossen wird, weil sie nun mal anders ist. Was ich daran schlimm fand, war dass sich Lia die ganze Zeit noch an ihre Freunde klammert, obwohl die sie einfach nur schlecht behandeln. Außerdem war mit die alte Lia total unsympathisch, weil sie mega oberflächlich war. Hört sich schlimm an, war aber sogar noch zu ertragen.
Ja, das zum Beginn. Ihr versteht, dass ich enttäuscht war? ABER (!): Das Ganze leitet bloß zum Rest des Buches über. Lia sieht allmählich ein, dass man Menschen nicht unbedingt nach Geld, Einfluss und Aussehen beurteilen sollte. Sie sieht auch ein, dass sie nicht mehr die selbe ist wie vor dem Unfall. Der Konflikt, dass sie eben NICHT Lia ist, wird endlich vertieft. Und auch, wenn nicht das komplette Potential dieser Situation voll ausgeschöpft worden ist, so war das ganze doch sehr interessant und schön geschrieben.
Womit wir beim Schreibstil wären: Der ist klasse. Es wird besonders auf Gedanken wert gelegt. Man bekommt einen wirklichen Einblick in Lias Kopf, nicht nur in das, was um sie herum passiert. Das fand ich sehr gut.
Fazit
Schreibstil: 4 Herzen
Charaktere: 3 Herzen
Spannung: 3 Herzen
Emotionale Tiefe: 4 Herzen
Humor: 3 Herzen
Obwohl der erste Teil dieser Trilogie durchaus unterhaltsam war, ging es hier doch hauptsächlich darum, dass die neue Lia realisiert, dass sie eben nicht die alte Lia ist. (Ich weiß, kompliziert xD) Lia lehnt sich nicht gegen das bescheuerte System ihrer Gesellschaft auf und kommt nicht mal auf den Gedanken, dass man da was verändern müsste. Daher glaube ich, dass mir Teil 2 höchst wahrscheinlich besser gefallen wird, als Skinned.
3,5 Herzen!!!