Als Skinhead wirst Du im alltäglichen Leben immer wieder mit Politik und rechter Gewalt konfrontiert. Es bedarf in dieser demokratischen Medienlandschaft nur noch Wenig, um sein Gegenüber ein Stempel auf die Stirn zu setzen. Als Skinhead trägt Dein Stempel die Aufschrift "Nazi".
Um Klischees, Vorurteile und Aufklärungsversuche geht es in "Skinhead Attitude", einem Dokumentarfilm über die weltweite Skinheadszene(n).
Besonders in der ersten Hälfte des Films wird dem Betrachter sehr deutlich, wie widersprüchlich es ist Skinhead UND Rassist in einer Person zu sein. An dieser Stelle sei gesagt, dass die Skinheadbewegung ursprünglich aus Jamaika kam und eigentlich eine Schwarzenbewegung ist.
Warum ich "nur" 4 Sterne vergeben habe liegt daran, dass die 2 Hälfte des Films ausschließlich um die Nazi-Skins geht und ich finde das denen, gemessen an ihren doch geringen Anteil an der gesamten Skinheadbewegung, damit zu viel Aufmerksamkeit zu Teil wird. Natürlich ist das Rechts-Problem nicht zu vernachlässigen, aber dem neutralen Betrachter des Films wird hierdurch leider der falsche Eindruck vermittelt, dass die Nazis den größten Teil der Bewegung ausmachen.
Dem musikalisch Interessierten wird auch einiges geboten. Kleine Konzertmitschnitte und Interviews von Ska und Oi-Größen wie z.B. Laurel Aitken, Buster Bloodvessel (Bad Manners) machen diesen Film nochmal mehr empfehlenswert.