Nachdem ich Buckleys Erstlingswerk 'Grace' bereits mehrfach verschlungen hatte, musste ich mir natürlich auch sein zweites, allerdings nicht selbst vollendetes Album 'Sketches for My Sweetheart the Drunk' besorgen.
Mein erster Eindrck war etwas gespalten: einerseits bekommt man hier 1A Musik, andererseits kann man dieses Album aber nicht mit dem Vorgänger 'Grace' vergleichen.
Das liegt einerseits daran, dass Buckley dieses Werk nie selbst vollenden konnte, da ein Fluss ihn aus dem Leben riss, andererseits aber auch daran, dass er sich in den Jahren seit 'Grace' merklich weiterentwickelt hat. Die Kompositionen sind komplexer, oft abgehoben, teilweise auch mal schräg, verwirrend, aber nie schlecht.
Dieses Album wird erst nach mehrmaligem Anhören so richtig gut, verbessert sich dann aber stetig.
Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass 'Sketches for My Sweetheart the Drunk' zeigt, wie viel Buckley noch hätte schaffen können. Vorallem ist eine Frage interessant: wie würde das Album klingen, wenn er selbst die Gelegenheit zur Vollendung gehabt hätte?
Wir werden es nie erfahren, aber was nach seinem Tod aus dem vorhandenen Material gemacht wurde, ist meiner Meinung nach beachtlich.
Für 'Buckley-Einsteiger' empfehle ich dieses Album aber nicht, da es, wie bereits erwähnt, wirklich sehr speziell ist und es sich hier nicht um Easy Listening Musik handelt.
Wer jedoch hören möchte, wie sich Buckleys Genialität nach 'Grace' weiterentwickelt hat, ist hier gut bedient.
Aufgrund der wirklich hochwertigen Kompositionen, dem hervorragend gestalteten Booklet und der guten Qualität bekommt Jeff Buckleys 'Sketches for My Sweetheart the Drunk' von mir 5 von 5 möglichen Sternen.