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Das Fazit vorweg: Der im Buch verarbeitete Stoff ist sehr gut geeignet, diese Lücke zu füllen. Doch ist die Verarbeitung zu schlecht, um ein wirklich empfehlenswertes Buch daraus zu machen.
Es beginnt damit, dass zahlreiche "Tippfehler" vorkommen. In den Beispielen kommt es des öfteren vor, dass eine Karte doppelt auftaucht, dass Mittel- und Hinterhand verwechselt werden oder dass der falsche Spieler zu einem Stich aufspielt. Der mitdenkende Leser (wer etwas vom Buch haben will, sollte mitdenken) wird dies erkennen; und in den allermeisten Fällen wird auch das Motiv, welches der Autor zeigen wollte, klar. Dennoch ist es beim Lesen nervig, wenn man erst mal überlegen muss, was eigentlich gemeint ist. In diese Kategorie fällt auch die Tatsache, dass die Seitennummern im Inhaltsverzeichnis nicht mit den Anfangsseiten der jeweiligen Abschnitte übereinstimmen. Noch ärgerlicher finde ich, dass in einigen Beispielen die Züge im Spielablauf, auf die gerade nicht das Hauptaugenmerk liegt, grobe Fehler enthalten.
Der erste Abschnitt "Bewertung der eigenen Karten" widmet sich der Frage, ob man reizen sollte und wenn ja, wie weit. Ich halte dies für den schwächsten Abschnitt des ganzen Buches. Hier werden Spiele als "höchst gefährlich" eingestuft, die aus meiner Sicht unbedingt gereizt werden müssen, und deutlich schwächere Blätter als reizbar dargestellt. Mitnehmen kann man aus diesem Kapitel allenfalls die Gedankengänge, welche bei der Beurteilung hilfreich sind. An den konkreten Beispielen sollte man sich aber besser nicht festhalten.
Das Kapitel "Spieldurchführung als Alleinspieler" stellt Spielzüge vor, die in der einen oder anderen Situation hilfreich sind, um das Spiel erfolgreich zu gestalten. Als Leser hat man nur manchmal den Eindruck, die Wahl der richtige Karte sei Zufall. Eine Strategie, die in einem Beispiel richtig ist, ist im nächsten tödlich. Hilfreich wäre es gewesen, wenn der Autor sehr viel mehr auf die Frage eingegangen wäre, woran man als Spieler erkennt, welche Abwicklung die erfolgversprechendste ist. Statt dessen beschränkt er sich darauf zu demonstrieren, wie die möglichen Spielzüge bei der konkreten Verteilung wirken. Dennoch ist es für einen Skatspieler hilfreich, diese Spielzüge kennenzulernen!
Wesentlich gelungener ist das Kapitel "Spieldurchführung als Gegenspieler". Hier wird viel besser deutlich, warum man in der vorgestellten Situation so und nicht anders spielen muss. Der durchschnittliche Skatspieler wird hier garantiert neue Einblicke bekommen.
Relativ zurückhaltend ist der Autor mit allgemeinen Leitsätzen. Dennoch hat er es geschafft, eine nicht unumstrittene Theorie zu platzieren - zum Thema Luschenabwurf. Seine These ist zwar nicht falsch, aber es sind nun mal noch andere Philosophien verbreitet, die weder besser noch schlechter sind. Darauf hätte der Autor hinweisen müssen, um nicht angreifbar zu sein.
Aus gutem Grund scheint der Autor auf die Wahrscheinlichkeitsrechnung verzichtet zu haben, denn die einzige Berechnung ist auch noch fehlerhaft. Dennoch ist aus meiner Sicht die Wahrscheinlichkeitsrechnung oft zur Analyse und Begründung der erfolgversprechendsten Spielzüge unerlässlich.
Also: Man müsste das Buch gründlich überarbeiten, um daraus ein empfehlenswertes Skatbuch zu machen. Lohnenswert wäre das allemal, denn wie bereits erwähnt, ist die über Anfängerniveau hinausgehende Skatliteratur sehr dünn.
Ich habe das Buch als Weihnachtsgeschenk erhalten, es dann in 2 Wochen durchgearbeitet (Suchtgefahr für alle leidenschaftlichen Skatspieler!) und seitdem meine Position im Verein von Platz 10 auf Platz 4 verbessert. Mein Spielverhalten hat sich um einiges verändert.
Mein Wunsch: Eine Fortsetzung, bitte.
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