Voller Erwartung auf neue irre und total abgefahrene Stephanie-Plum-Abenteuer habe ich mir das neueste Buch von Janet Evanovich besorgt, welches erst vor 3 Wochen (und nur auf Englisch, was aber sowieso viel besser ist, da nicht auch noch schlecht übersetzt) erschienen ist. Beim Lesen dann die Ernüchterung: das Buch ist langweilig hoch 3!
Ich weiß nicht, wie oft Hähnchen von Cluck-in-a-bucket gegessen werden, aber mindestens alle 2 Tage. Lula macht ihre 1001. Diät, Stephanie scheint inzwischen Bammel vor ihrer eigenen Courage zu bekommen und kommt mir eher wie ein ängstliches Häschen vor als wie die draufgägnerische und ohne Rücksicht auf Verluste vorgehende Powerfrau. Sie kann sich mal wieder nicht zwischen Ranger und Morelli entscheiden, ist dieses Mal auch nicht erfolgreich beim Einfangen ihrer Kautionsflüchtlinge, Mutter und Vater Plum erscheinen nur einmal als Nebenschauplatz, Oma ist auch eher mäßig witzig, die Story mit Vinnie, der die meiste Zeit in Stringtangas rumläuft, geht nicht voran, und Mooner mit seinen Hobbits als Storysaver gibt auch nicht viel her. Im ganzen Roman ist Stephanie auch nur zweimal zu Hause und ihre Sorge um den armen Hamster Rex (wie in den älteren Büchern)ist wohl auch verflogen.
Kurzum: man merkt, es ist der 16. Roman, und inzwischen hat die Autorin keine Ideen mehr, die Story hat sich totgelaufen. Aber Evanovich will sie offensichtlich nicht zum Ende bringen, denn solange es noch Leser gibt und man Geld damit machen kann, gibt es ja keinen Grund aufzuhören, egal, wie dumm und einfallslos die Bücher werden. Die Personen sind flach, zum was-weiß-ich-wievielten Mal wiederholend in ihren Handlungen (nicht mal Stephs Auto geht in Flammen auf!), die Storyline seltsam und ohne Höhepunkte bis zum Ende. Die drei Frauen könnten so ein tolles Team abgeben, aber es ist eher immer dasselbe. Und wie kommt es eigentlich, dass sie zwar alle unter absolutem Geldmangel leiden (und daher unbedingt das Kautionsbüro und ihre Jobs retten müssen), aber doch dauernd Doughnuts oder Hähnchen kaufen können, geschweige denn Lebensmittel, Bier oder gar Benzin??
Fazit: das war das langweiligste und unspektakulärste Plum Buch (selbst die in-betweens sind besser gewesen!) und auch mein letztes als Leser. Schade!