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Sizilien: Die Insel am Rande Europas steht bis heute im Bann einer mythischen, fabelhaften Vorzeit. Fast kein Wunder also, daß sich die Sizilien-Rundreise eines scheinbar gewöhnlichen Rucksacktouristen bald in ein fantastisches Abenteuer verwandelt. Er muß entdecken, daß er, ohne es zu wissen, im Auftrag eines unbekannten Auftraggebers reist. Er soll einen Gegenstand überbringen, dessen Bedeutung er nicht kennt. Er wird zum Spielball höchst merkwürdiger Gestalten, wie etwa eines Pragers, der Uhren in einer Aktentasche spazierenträgt, und einer Dame, deren Alter in steter Fluktuation begriffen ist. Schließlich zwingt ihn sogar noch eine Zufallsbekanntschaft, ein arroganter, schwitzender Herr namens Herbst dazu, an der eigenen Existenz zu zweifeln.
Dieser etwas andere Roman und »Reiseführer« führt durch zwei unvereinbare und doch nebeneinander existierende Welten: Durch ein Sizilien gesicherter moderner Realität einerseits, durch ein fantastisches Sizilien andererseits, ein Land, in dem Mythen und Träume nie aufgehört haben, lebendig zu sein.
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Mythen, all überall,
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Rezension bezieht sich auf: Eine Sizilische Reise: Roman (Taschenbuch)
Zeit läuft nach unserer Auffassung immer nur in eine Richtung: von "hinten", aus der Vergangenheit kommend, nach "vorn", in die Zukunft - entlang des bildlichen Zeitstrahls. Manchmal aber hält die Zeit auch an, macht Schleifen, geht rückwärts; die Uhr läuft verkehrt herum. Dies kann ein Zeichen dafür sein, dass die unsere, die patriarchal geprägte Welt aus den Angeln gehoben wird: durch die Präsenz des weiblichen, matriarchalen Elements. Mit dieser Idee spielt Alban Nikolai Herbst in der Sizilischen Reise. In Herbsts "Reisebericht" - mit wunderbaren Beschreibungen Siziliens - widerspricht die Zeit immer wieder dem normalen Empfinden. Vielleicht, "weil sich die Abstände historischer Ereignisse [auf Sizilien] verräumlichen, [...] weil da auch d i e s e [Zeit] festgestellt zu sein scheint". Auf dieser Insel prallen immerhin seit Jahrtausenden sämtliche Kulturen des Mittelmeerraums aufeinander, bekriegen, vermischen, verweben sich. Ebenso ihre Mythen. Diese begegnen dem Leser in vielgestaltiger Form: in Landschaften, Sprachbildern, Figuren. Der Ich-Erzähler reist nach Sizilien, um dort seinen Freund Arndt zu treffen, der ihn um Hilfe bei der Ausführung eines Auftrages bittet. Noch bevor er auf Arndt trifft, begegnet er Frau Jördsdottir. Sie ist die Auftraggeberin Arndts, für die er 49 mythische Steine beschaffen soll, die dem Demeterkult zugehören und das Venussiegel bilden. Die Aura dieses ursprünglich kretischen Kultes zieht sich durch die gesamte Reise. Dem Reisenden begegnen eine Vielzahl Personen; oft sind in ihnen Mythos und Zeit verknüpft. Doch auch, wer das Buch nicht mit einschlägigen Nachschlagewerken über Mythologie in der anderen Hand lesen möchte - sprachlich ist es ein brilliantes Buch und garantiert hohen Genuss - opulent und barock in seinen Beschreibungen dieser uralten und wunderschönen Insel samt ihrer Bewohner. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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