Was haben GLENN CLOSE, SALLY FIELD, HOLLY HUNTER, ANNA PAQUIN, TONI COLLETTE, PATRICIA ARQUETTE, DIANNE WIEST, WILLIAM HURT, GABRIEL BYRNE, ALEC BALDWIN und natürlich KIEFER SUTHERLAND gemeinsam? Logisch, einige von Ihnen sind gefeierte Oscar-Preisträger und allesamt gehören sie der US-Top-Schauspiel-Liga an, aber eine Besonderheit umgibt sie doch noch. Sie alle haben sich in den letzten Jahren etwas vom Spielfilm-Kino distanziert und beeindrucken nun mit einer neuen Karriere, nämlich der TV-Performance.
Denn die meisten haben es schon längst erkannt: Fernsehen ist heute das bessere Kino!
Die Fernsehserien von heute sind kein Abfallprodukt mehr mit typisch langweiligen Klischeefiguren, sie sind kunstvoll wie Kinofilme gemacht. Der US-Sender HBO hats eindrucksvoll vorgemacht, wie es richtig geht.
Ich meine, haben Sie schon mal THE SOPRANOS gesehen? Diese geniale Serie über den mit Mutterkomplexen behafteten Mafiaboss Tony, der regelmäßig seine Psychotherapeutin aufsucht, die Kochkünste seine Frau lobt, diese aber hinter Ihrem Rücken schonungslos mit allen möglichen Frauen betrügt.
Ebenso sehenswert sind auch DAMAGES, THE SHIELD, DEXTER und NIP/TUCK.
Hoffentlich kriegen wir auch bald die Hits von morgen zu sehen, also MAD MEN, TRUE BLOOD, SAVING GRACE und IN TREATMENT, die bereits im US-Fernsehen immens erfolgreich gestartet sind.
Meine Liebligsserie ist aber ungeschlagen SIX FEET UNDER vom AMERICAN BEAUTY-Autor ALAN BALL.
In dieser genialen Drama-Serie geht es vordergründig um ein Bestattungsinstitut, dass von der Familie Fisher geleitet wird. Bereits in der ersten Folge stirbt der Vater der Familie (RICHARD JENKINS) bei einem tödlichen Autounfall, jedoch taucht er später immer wieder in Gedanken der einzelnen Charaktere auf.
Die Mutter Ruth (grandios FRANCES CONROY) ist depressiv, etwas altmodisch und ein Kontrollfreak, Tochter Claire (LAUREN AMBROSE) geht aufs College, ist äußerst kreativ, hat aber in punkto Partnerwahl stets ein unglückliches Händchen.
David (MICHAEL C. HALL auch genial in DEXTER), der nach dem Tod des Vaters die Geschäfte übernimmt, ist schwul und mit dem farbigen Polizisten Keith (MATHEW S. PATRICK) liiert. Nate (PETER KRAUSE) schließlich ist der Bruder von David und Claire, der bei einem spontanen Quickie am Flughafen die recht komplizierte Brenda (ebenfalls toll RACHEL GRIFFITHS) kennen und später auch lieben lernt. Brendas Familie, die Chenowiths, die eigentlich noch schräger sind als die Fishers, allen voran die durchgeknallte Margaret, spielen ebenso eine tragende Rolle in dieser Wahnsinns-Serie.
Skurril, intelligent, eigensinnig, komisch, mutig, tragisch, emotional, unkonventionell.
TV-Entertainment vom Feinsten, daß mit Preisen überhäuft wurde, zu Recht! Auf keinen Fall verpassen!
Ach ja, auch ich habe am Ende der fünften Staffel geweint. Das werden Sie auch, wenn Sie ein Herz besitzen.