Fünf Punkte für Vincent Klink!
Man weiß nicht, was man ihm als Nächstes wünschen sollte, den zweiten, seit langem überfälligen Stern im Michelin Guide oder endlich die " Goldene Feder " der Gastronomischen Akademie Deutschlands.Ein Erinnerungsbuch zum Hinschmelzen von diesem Literaten unter den deutschen Spitzenköchen, oder sollten das schon seine Memoiren gewesen sein? Hoffentlich nicht!
Nicht hoch genug zu loben ist V.K.s Hingabe an die Fortentwicklung der gastronomischen Kultur in unserem Lande, sei es durch seine Bücher, seine Fernsehauftritte oder durch sein phantastisches Restaurant in Stuttgart.
Kaum ausreichend zu würdigen sein nimmerwährendes Bemühen und sein schier missionarischer Eifer nach Küchen - und Kochperfektion, auch in der sogenannten Bürgerlichen Küche, wie es auch in diesem Buch wieder zum Ausdruck kommt. Ich habe mich bei diesem Buch, wie eigentlich mit allem was V.K. schreibt wieder mal prächtig unterhalten, vielleicht auch deswegen weil man Gleiches oder Ähnliches in seiner eigenen beruflichen Laufbahn ebenfalls erlebt und erlitten hat. Immer wieder besonders berührend die Erinnerungen an die Kindheit und die köstlichen Schilderungen seiner Wanderschaft durch diverse Küchen.
Ein besonderes lukullisches "Gustostückerl " ist die Schilderung von Paul Bocuse, eindrucksvoll und ein unterhaltsames Lesevergnügen die " Kostproben " von den Besuchen bei den Giganten der Kochkunst in Frankreich.
Fazit:
Was für ein prächtig " geerdetes " Buch im Gegensatz zu manchen kulinarisch - literarischen Ergüssen der allseits bekannten gastronomischen Nervtöter und küchenmässigen Randbegabungen die sich als TV. Stars gerieren und sich mit ihrem Hokuspokus nur noch lächerlich machen.
Einen Punkt für den Verlag!
Ich finde das unbebilderte Buch definitiv zu teuer.
Gerne hätte der geneigte Leser, unter anderem, ein Bild seiner geliebten Elisabeth, die ihn ja wohl nicht unerheblich beeinflusst hat, gefunden.
Aber das absolut Ärgerliche und der Pferdefuß an diesem Buch ist, daß der Verlag nicht mitteilt, daß viele, wohl die meisten der Kapitel bereits veröffentlicht wurden und es eher eine überarbeitete Anthologie früherer veröffentlichter Texte ist als ein neues Buch.
Einige Beispiele:
Das Kapitel - Im Keller von Bocuse - ist schon vor cirka 10 Jahren in der Zeitschrift " Feinschmecker " veröffentlicht worden.
Das Kapitel - Irres München - ist 2000 unter dem Titel- Underdog - Blues - im Kulinarischen Almanach erschienen.
Das Kapitel - Bürger in Uniform - ist im Kulinarischen Almanach Nummer 9 unter dem Titel - Der Mann mit dem Koffer -
schon einmal an die Öffentlichkeit gelangt
Das Kapitel - Die einbeinige Gans - ist schon 2008 im Buch " Wir schnallen den Gürtel enger " - erneut erschienen und zwar unter dem Titel - Die einbeinige Gans des Tierarztes - ebenso das Kapitel - Beim badischen Küchengott - unter der Überschrift - Cocina Povera -
u.s.w.
Als unermüdlicher Sammler von gastronomischen Texten und Büchern hatte ich mir in den - Gepfefferten Erinnerungen
eines Kochs - eigentlich etwas Neues, Unveröffentlichtes erwartet und nicht Beitäge die ich schon vor Jahren unter V.K. ( Häuptling Eigener Herd ) abgeheftet habe.
Es ist zu hoffen, daß der große Meister sich über dieses Buch so seine Gedanken macht und nun endlich seine Memoiren, mit unveröffentlichten Texten, Bildern und Rezepten in Angriff nimmt!
Wir warten drauf!