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Sitten in Kambodscha. Über das Leben in Angkor im 13. Jahrhundert (Book on Demand)
 
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Sitten in Kambodscha. Über das Leben in Angkor im 13. Jahrhundert (Book on Demand) [Taschenbuch]


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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Dies ist der einzige historisch überlieferte Text aus der Blütezeit von Angkor, der das Leben der Menschen rund um die Heiligtümer beschreibt, ihre Rituale und Gewohnheiten, die Flora und Fauna des Landes und vieles mehr. Als Reisender wird man heute feststellen, wie erstaunlich viel von den Sitten, die in diesem kleinen Bücherschatz beschrieben werden, in irgendeiner Form erhalten wurden, z.B. das Verhalten beim Baden. Chou Ta-Kuan beschreibt, was die meisten Reiseführer verschweigen.

Der Autor über sein Buch

Das Buch für alle Kambodscha-Reisenden
Wenn Sie die Tempel von Angkor besuchen, die überaus steilen und schmalen Treppen erklimmen und, oben angekommen, Ihre Blicke über das immense Gebiet des Heiligtums schweifen lassen, das man ja bekanntlich sogar vom All aus erkennen kann - dann werden Sie sich die Frage stellen: Wie ist das möglich? Wie konnte man so etwas Grandioses erschaffen? Und: Wie haben die Menschen hier wohl damals gelebt? Der kleine Text von Chou Ta-Kuan gibt Antwort. Er beschreibt - mit Blick fürs Detail - das Leben der Kambodschaner Ausgang des 13. Jahrhunderts. Die Übersetzung erfolgte auf eigene Kosten, weil mich das Land unheimlich fasziniert. Ich hoffe, das ist ansteckend.

Klappentext

TOC: Einführung - Chou Ta-Kuans Vorwort - Baden - Bäume und Blumen - Begehrte chinesische Güter - Boote und Ruder - Der Herrscher taucht auf - Die Armee - Die Dörfer - Die drei religiösen Gruppen - Die Eingeborenen - Die Toten - Die Stadtmauer - Ein Wunder - Einwanderer - Einsammeln der Galle - Fische und Reptilien - Funktionäre - Gegärte Getränke - Gemüse - Gestaltung des Landes - Geburt eines Kindes - Handel - Jungfräulichkeit - Justiz - Kambodschanische Gebäude - Kleidung - Krankheit und Lepra - Landwirtschaft - Neujahr und Jahreszeiten - Produkte - Provinzen - Vögel - Salz, Essig und Soja - Schreiben - Seidenraupen und Maulbeerbäume - Sklaven - Sprache - Tiere - Triumphwagen und Pallanquins - Ureinwohner - Utensilien -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiert .

Auszug aus Sitten in Kambodscha. Über das Leben in Angkor im 13. Jahrhundert (Book on Demand) von Chou Ta-Kuan. Copyright © 1999. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

JungfräulichkeitWenn eine Tochter in eine kambodschanische Familie geboren wird, wünschen sich die Eltern traditionell: "Möge die Zukunft dir hundert, tausend Ehemänner bringen." Töchter von reichen Eltern, zwischen sieben und neun Jahren alt (oder elf, im Fall armer Leute), werden taoistischen oder buddhistischen Priestern zur Defloration übergeben. Die damit verbundene Zeremonie wird "chen-t'an" genannt. Jedes Jahr wählen die geeigneten Autoritäten einen Tag des Monats, der dem vierten chinesischen Mond entspricht, und teilen ihre Wahl dem ganzen Land mit. Jede Familie mit einer Tochter, die reif für chen-t'an ist, verständigt wiederum die Autoritäten, die eine Wachskerze mit einer speziellen Markierung schicken. Bei Nachteinbruch wird am geeigneten Tag die Kerze entzündet, und wenn sie bis zu jener Markierung abgebrannt ist, wird es Zeit für chen-t'an. In der Nacht zuvor wählen die Familien einen Priester aus - einen Buddhisten oder Taoisten, je nachdem, wo sie leben. Die Dienste der höheren Klasse von Priestern werden alle schon im voraus von den reichen und prominenten Familien in Anspruch genommen, wenn die Armen keine Zeit für eine Entscheidung haben. Die erstgenannten schenken den Priestern Wein, Reis, Stoffe, Seide, Areca-Nüsse, Silber, oft 100 Piculs wert, oder zwei-, dreihundert Unzen in chinesischem Geld. Die Geschenke von weniger Gutgestellten mögen 30, 40 Piculs wert sein, je nach Reichtum der Familien. Wenn arme Mädchen sich ihrem elften Geburtstag nähern, helfen oft großzügige Menschen mit einer Spende, was sie als "Verdienst erlangen" bezeichnen. Einem Priester wird nicht mehr als eine Zeremonie für ein Mädchen pro Jahr erlaubt, wenn er einmal seine Gebühr erhalten hat, kann er nicht um eine zweite bitten. In der Nacht der Zeremonie wird ein großes Fest mit Musik vorbereitet. Vor dem Haus des Mädchens wird eine Plattform errichtet, auf der Figuren von Tieren und Personen stehen, manchmal zehn oder mehr, oft weniger. Von Armen wird solches nicht erwartet. Nach einer alten Tradition verbleiben diese Figuren eine Woche lang an ihrem Platz. Dann zieht eine Prozession mit Palanquins, Sonnenschirmen und Musik zum Priester. Zwei Pavillions, behängt mit glänzend gefärbter Seide, sind aufgerichtet; in einem sitzt dann der Priester, im anderen das Mädchen. Zwischen beiden werden Worte gewechselt, aber die können kaum gehört werden, so dröhnt die Musik, weil es bei solcher Gelegenheit legitim ist, den Frieden der Nacht zu erschüttern. Mir wurde erzählt, daß in einem bestimmten Augenblick der Priester den Pavillion des Mädchens betritt und sie mit der Hand entjungfert, wobei er die ersten Früchte in eine Schüssel mit Wein tropfen läßt. Man sagt, daß Mutter und Vater, Verwandte und Nachbarn, ihre Stirne mit diesem Wein bestreichen und ihn sogar schmecken. Einige behaupten auch, daß der Priester Geschlechtsverkehr mit dem Mädchen hat; andere bestreiten das. Weil Chinesen nicht erlaubt wird, an solchen Zeremonien teilzunehmen, ist die Wahrheit nur schwer herauszufinden.
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