Fans von Therion werden noch Gothic Kabbalah" im Ohr haben und nach gut drei Jahren sehnlichst auf den Nachfolger warten, den die Symphonic Metaller jetzt endlich mit Sitra Ahra" ihren Fans präsentieren. Bereits der erste Track ist so mitreißend komponiert worden, dass die Vorfreude auf das Album in wahre Jubelstürme ausartet. Der Titeltrack beinhaltet alle Facetten der Band und das choral geschmetterte Sitra Ahra" animiert gleich zum Einstimmen. Facettenreich und ausschweifender geht es mit `Kings Of Edorn` weiter, das einen Klaviereinstieg vorwegstellt und eine mitreißende Melodie entfacht, bis dass der Mittelteil das Tempo ordentlich anzieht und die Gitarrenläufe dafür sorgen, dass man nicht mehr still sitzen oder stehen bleiben kann. Hinten heraus wird der Song wieder eingefangen und in einen mitreißenden Stampfbeat überführt, wobei sich Männer- und Frauengesang herrlich abwechseln. Bereits diese beiden Songs und nach einer Spielzeit von einer Viertelstunde ist man von Sitra Ahra" in den Bann gezogen. Brachiale Weiterleitung in `Unguentum Sabbati` durch harte Gitarren und finsteren Gesang lässt die Stimmung etwas abschwenken, das dramatische Arrangement setzt seine zusätzliche Note. `Land Of Canaan` ist mit über zehn Minuten der Longtrack des Albums und komplettiert die erste halbe Stunde des Albums. Hier wurde abwechslungsreich komponiert und neben einer Musical-Atmosphäre wird hier ein Stelldichein vieler Instrumente geboten, so dass man insgesamt erstaunt ist, wie man derart viele Teilsegmente stimmig in einen langen Song unterbringt, ohne dass er dadurch leidet. Musikalisch folgt dann ein kleiner Bruch, denn `Hellequin` fügt sich nicht an die Opulenz des vorherigen Songs an, sorgt aber für eine schöne Stimmung, da es ein fröhlicher und flotter Song mit einem schönen Refrain ist. In dieser Manier geht es auch mit `2012` weiter, wobei der Gesangsstil wieder wechselt und die Gitarren ihre Spielwiese erhalten. `Cu Chulain` ist etwas rockiger und auch `Kali Yoga III` wird anfänglich durch harte Gitarrenriffs dominiert, die die Gesangspassagen immer wieder auffangen und ihre Soli setzen. Orientalisch mutet `The Shells Are Open` an, das rhythmisch im Midtempo gehalten wird, ehe mit `Din` der kürzeste Track des Albums mit schnellerem Rhythmus und fiesen Growls auf den Punkt kommt. Insgesamt ist der zweite Teil des Albums von der Songlänge etwas kürzer gehalten und die Songs können nicht mehr dieses Spirit und Flair der ersten vier Tracks entfachen, ohne dass sie jedoch langweilig wirken. Abgeschlossen wird das sehr gute Album dann wieder mit einem Siebenminüter, der in die Phalanx der ersten Songs eindringt und von Beginn an eine gewisse Magie versprüht. Arrangiert wurde der Song balladesk und mit schönen Chören, so dass das Album einen harmonischen und leicht verträumten Ausklang erhält. Uns wird nach einer dramatischen Reise durch die verschiedenen Facetten und Stimmungen ein geschmeidiger Ausklang serviert, der gleich wieder Lust auf einen Neustart macht. Ohne zu zögern geht die abwechslungsreiche Reise mit `Sitra Ahra` weiter, man kann sich der Faszination der Songs und des Albums nicht entziehen.