Diese Biographie zeichnet sich vor allem durch schlechte Quellenkunde aus. Auch wenn einige der Unterlagen, die zur Entstehungszeit dieses Buches noch nicht bekannt waren, ignoriert sie doch die meisten existenten Quellen. Ihre Quellen bewegen sich zum größten Teil auf dem Niveau von "Leuten, deren Vorfahren die Kaiserin in England mal haben vorbeireiten sehen". Zur mangelnden Hinzuziehung von Quellen, kommen grobe sachliche Fehler, sowie Widersprüche innerhalb ihrer Aussagen. Das ganze Buch vermittelt den Eindruck, dass Haslip sich ein aus negativen Klischees zusammengeklöppeltes Bild Elisabeths zurechtgebogen hat, dass sie nun auf Biegen und Brechen verbreiten will. Dafür kann man auch mal gegenteilig lautende Quellen weglassen! Oder sie so verdrehen, bis es passt. Koste es was es wolle!!! Lustig war auch ihre Anmaßung, exklusiven Einblick in die Gedanken und Gefühle der Personen zu haben. Auch wenn es keine entsprechenden Quellen gibt, die selbige stützen, durchaus aber solche, die das exakte Gegenteil aussagen. Da ist es dann auch äußerst praktisch, dass sie keine Fußnoten angibt (zumindest nicht in meiner Ausgabe...).
Wer Wert auf wissenschaftliche Arbeit und Integrität legt, dem empfehle ich die Bücher von Corti und Hamann, sowie zur eigenen Quellenkunde (einem Gebiet, dass definitiv nicht zu Haslips Stärken gehört) folgende edierte Schriften: das Tagebuch Marie Valéries, die Briefe des Kaisers an seine Mutter, Sisi und Katharina Schratt, sowie auch das Buch der Gräfin Sztaray. Auch ein Besuch im Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien und im Geheimen Hausarchiv in München lohnt sich. Haslip hat um diese Einrichtungen offensichtlich einen sehr großen Bogen gemacht. Anders ist ihr Dilettantismus nicht zu erklären.