Leider bringt dieses Buch keine neuen Erkenntnisse, die man nicht schon aus anderen Büchern kennt. Die "Recherche" der Autorin besteht leider nicht aus der Sichtung und Auswertung von Quellen in den Archiven, sondern lediglich in der Zusammenstückelung aus Sekundärliteratur oder auch der Öffentlichkeit zugänglichen Quellen, wie dem schon vor Jahren veröffentlichten Tagebuch der Erzherzogin Marie Valérie.
Als sehr störend empfand ich auch den Schreibstil. Ein historisches Werk muss nicht staubtrocken geschrieben sein, sollte sich aber jeglicher Polemik o. ä. enthalten. Leider gelingt dies der Autorin oftmals nicht. So werden aus teilweise eher harmlosen Äußerungen historischer Persönlichkeiten plötzlich reißerisch aufgebauschte Tatsachen. Das Ganze erinnert dann weniger an ein Werk mit wissenschaftlichem Anspruch, sondern mehr an ein Klatschblatt oder die Bild-Zeitung. Wer sich in der Materie auskennt, wird auch schnell merken, dass die Autorin viele Thesen oder Aussagen einfach ungeprüft übernommen hat, ohne sie der notwendigen Überprüfung zu unterziehen oder mit anderen Quellen in einen Kontext zu setzen.
Fazit: Für Einsteiger ist das Buch aufgrund seines oftmals unwissenschaftlichen Ansatzes und seines populistisch-reißerischen Stils eher ungeeignet, um einen ersten Eindruck von der Thematik zu bekommen.
Kenner der Materie können sich das Geld sparen. Wenn sie die Klassiker der Habsburgerliteratur dieser Epoche gelesen haben, wird ihnen dieses Buch keine neuen Einsichten gewähren.