Kempowski nennt sein Werk "eine Art Tagebuch". Ihm steht der Sinn nach dem beinahe schon exzessiven Festhalten des Vergangenen in Wort und Bild; dies erkennt man in allen seinen Werken. Präzise, aber nicht ohne Selbstironie, schildert er den Ablauf der Tage; unverwechselbar und mit dem ihm eigenen Stil verfasst er ein Kempowski-Tagebuch, das jeden Kempowski-Freund begeistern wird. Wir erfahren alles über den Autor; seine Gedanken und geheimen Wünsche, seine Vorlieben und die ungeliebten Pflichten. Wenn man im "Sirius" von Kempowskis Leseabenden hört, fühlt man sich ein wenig an Hermann Hesses "Nürnberger Reise" erinnert; eine modernere, aber nicht minder beeindruckende Schilderung von Lesereisen - und dies ist nur einer von vielen Aspekten, die in diesem Buch zur Sprache kommen. Der "Sirius" besticht dadurch, dass Kempowski seine Umgebung und sich selbst genau beobachtet und seine Beobachtungen in seiner ungekünstelten, aber präzisen Sprache festhält. Und das ist sein Ziel schon immer gewesen: Vergangenes festzuhalten.