Das kleine Buechlein hat es tatsachlich inne: Es enthaelt nicht nur eine Menge praktisch orientierter Redewendungen, Vokabeln usw., sondern auch viele kulturelle und historische Infos und ist gut geschrieben. (siehe andere Rezensionen)
Was ich allerdings nicht besonders gelungen finde, ist der Teil zur Phonetik. Hier wurde einiges vereinfacht, und die 2-3 Seiten, die man dadurch spart, koennten sich spaeter raechen.
Ich bin kein Fachmann und Lakota-Anfaenger. Die unterschiedlichen Transkriptionssysteme waren erstmal verwirrend, doch glaube ich es jetzt kapiert zu haben, dank des Systems des Lakota Language Consortiums. Deren System stand auch Pate fuer das hier verwendete, jedoch wurde es aus unerfindlichen Gruenden vereinfacht, so dass zwischen stark und schwach aspirierten KOnsonanten nicht immer differenziert wird. Es werden ferner in einer Liste der Laute alle die weggelassen, die aus dem Deutschen vertraut sind. Das finde ich falsch- es waere viel uebersichtlicher, alle im Lakota moeglichen Laute auf einem Blick zu haben und so gleich zu sehen, wo man aufpassen muss zwischen gewohntem und neuem zu differenzieren.
Machen wir das mal am "t" anschaulich. Fuer deutsche Muttersprachler ist das Problem, dass unser "t" am Wortanfang in der Regel aspiriert ist, dagegen nicht immer in der Wortmitte: die "T"s in "Tisch" und "Ente" sind nicht der gleiche Laut. Beim Anfangs-T pustet man Luft aus, mir faellt hier spontan der Begriff "Stosslaut" ein, der vielleicht nicht linguistisch korrekt ist, aber anschaulich. In Lakota sind diese beiden Ts zwei unterschiedliche Buchstaben. Dazu kommt noch ein stark aspiriertes T, das in etwa eine Folge von "T" und hartem "ch" (wie in "ach") ist, was in dieser Kombination fuer Deutsche klingt wie ein etwa heiseres "tr". Letzteres stark aspiriertes "t" ist fuer Deutsche zunaechst fremdartig, aber gerade deswegen gut einpraegsam und nicht schwer auszusprechen. Schwerer finde ich, stets aufzupassen, das weiche (unaspierte) "t" korrekt auszusprechen.
In dem vorliegenden Fuehrer wird nun das stark aspirierte "t" und leicht aspirierte "t" nicht unterschieden. So wird fuer "Tipi" (Haus, zu Hause) und "Tatanka" (Bueffel) ein "t" mit einem "^" verwendet - voellig falsch, diese Woerter hoeren naemlch sich so an (In "deutrscher Transcription") wie "Tipieh" und "Tratrankha". Das weiche "T" wird mit einem anderen Zusatzzeichen markiert, dazu gesellt sich noch ein unmarkiertes "t". Da scheint einiges durcheinander gegangen zu sein, denn das unmarkierte "t" muesste eigentlich mit dem schwach aspirierten "t" identisch sein - so viele "t"s gibt es in Lakota dann doch wieder nicht.
Also im Fazit, ein nuetzliches Buch, doch wuerde ich stark empfehlen, die Aussprache mit anderen Materialien zu trainieren. Hierzu kann ich die Website des Lakota Language Consortium empfehlen. Vollen Zugang erhaelt man hier nur nach Erwerb des New Lakota Dictionary (das sehr empfhelenswert ist) - aber selbst wenn man nicht so tief einsteigen will, findet man auf der Website reichlich Uebungsmaterial fuer Anfaenger.