Ein wahrlich beeindruckender sowie ungewöhnlicher Debüt-Roman - ein Archäologie-Krimi der besonderen Art. Die Autorin Gina Schulze hat die Steinzeitforschung im Visier, und zwar die Jahrtausende nach der letzten Eiszeit bis zum Bau der Pyramiden. Was passierte in dieser Zeit, die als Neolithikum bezeichnet wird? Die Menschen erfanden die Arbeitsteilung, bauten Städte. Trotzdem gelten die früheren Kulturen als "primitiv" - und das nur, weil die Schrift noch nicht erfunden war. Dieses Defizit bildet den Hintergrund zu dem vorliegenden Roman "Sintflut"...
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*Es glänzte matt im Schein der Taschenlampe. In den Wandnischen vor ihm lagerten hunderte kleiner Figuren: Männer, Frauen, Hunde, Katzen, Stühle, Tische, Meerjungfrauen und Boote - alles von einer dicken Staubschicht bedeckt. Wenn es stimmte, was sein Freund ihm erzählt hatte, dann war dies der älteste Schatz der Welt. Einer, der schon alt war, als die Bibliothek von Alexandria brannte. Einer, der versteckt war, als die Kreuzritter den Orient plünderten. Einer, der spurlos verschwand und sogar die beiden Weltkriege überdauert hatte ...*
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Zum Inhalt: Marlene Adler, eine ehemalige Polizistin, lebt gemeinsam mit ihrem Mann in dem kleinen Städtchen Erlangen. Eines Tages bekommt sie unverhofft einen Brief von ihrer Schwester Paula aus Rumänien.
Paula, eine renommierte Archäologin, hat auf einer kürzlichen Forschungsreise durch die Karpaten eine Sammlung alter Figuren entdeckt - Und scheinbar sind es die ältesten Artefakte, die je gefunden wurden. Und wenn dieses tatsächlich so ist, dann erzählen sie die wahre Geschichte der Sintflut. Um die kostbaren Stücke vor Dieben und dem korrupten Staatsapparat zu schützen, ist Paula vorsorglich untergetaucht. Sie plant, die Figuren mit Marlenes Hilfe den Vereinten Nattionen zu übergeben.
Auf Marlene und Paula warten fortan unzählige Gefahren und böse Überraschungen - doch die schlimmste von allen lauert zu Hause ...
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Der Roman spielt an archäologischen, rumänischen Originalschauplätzen - und in Erlangen. Ein wunderbarer Gegensatz.
Alle Hintergrundinformationen über das Neolithikum sowie die neuere Forschung zum Hergang der Sintflut stimmen. Dass sich vor rund 7.000 Jahren gewaltige Wassermengen ins Schwarze Meer ergossen und die dortige Uferlinie um einige 100 Meter anstieg, gehört zu den neuesten wissentschaftlichen Erkenntnissen.
Den Schatz gibt es nicht, einige der Figuren schon. Es ist plausibel, dass sie mehr sind als nur hirnlose Kultobjekte, und dass die damaligen Menschen uns über Figuren und Malereien einen Teil ihres Alltagslebens vermitteln wollten. Eine These allerdings, die jeden etablierten Archäologen ärgert, weil sie am bestehenden wissenschaftlichen Paradigma kratzt ... [Gina Schulze]
Abschließendes Fazit: Ein ungewöhnlicher, archäologischer Kriminalroman, der durch sein Faktenreichtum sowie seine Authentizität besticht - das alles verpackt in einen spannenden Handlungsaufbau, garniert mit einem gelungenen Plot.
In Vorfreude auf den Folgeroman verbleibt mit einer Empfehlung --
Reinhard Busse