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Sinnsucht - Mein Lauf in die Nüchternheit
 
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Sinnsucht - Mein Lauf in die Nüchternheit [Taschenbuch]

Johannes Nathschläger
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 242 Seiten
  • Verlag: Monsenstein und Vannerdat (19. August 2010)
  • ISBN-10: 3869911387
  • ISBN-13: 978-3869911380
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.105.525 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Buchrückseite

Mit 13 trinkt Johannes Nathschläger das erste Mal Alkohol. Mit 15 gehört der Rausch zu seinem Leben. Mit 19 verzichtet er erstmals für einen Monat auf den Stoff. Er entdeckt den Sport für sich und nimmt an Wettkämpfen teil. Immer wieder bleibt er für Wochen oder Monate nüchtern. Doch er ist abhängiger denn je und steht kurz davor, sein soziales Leben und seine Gesundheit endgültig zu ruinieren. Panikattacken bringen ihn fast um den Verstand und er droht in Depressionen zu versinken. Ihn quält die Frage, welchen Sinn das Leben haben könnte, einen Sinn, der jenes Vakuum in ihm ausfüllt, das er immer dann spürt, wenn er ohne Alkohol auskommen muss. Eines Tages entdeckt er die Lehren des Arztes und Psychiaters Viktor Frankl für sich und nimmt den längsten und schwierigsten Weg seines Lebens in Angriff: den in die Nüchternheit.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Definitiv lesenswert 6. September 2010
Mit 13 trinkt Johannes Nathschläger das erste Mal Alkohol. Mit 15 gehört der Rausch zu seinem Leben. Mit 19 verzichtet er erstmals für einen Monat auf den Stoff. Er entdeckt den Sport für sich und nimmt an Wettkämpfen teil. Immer wieder bleibt er für Wochen oder Monate nüchtern. Doch er ist abhängiger denn je und steht kurz davor, sein soziales Leben und seine Gesundheit endgültig zu ruinieren. Panikattacken bringen ihn fast um den Verstand und er droht in Depressionen zu versinken. Ihn quält die Frage, welchen Sinn das Leben haben könnte, einen Sinn, der jenes Vakuum in ihm ausfüllt, das er immer dann spürt, wenn er ohne Alkohol auskommen muss. Eines Tages entdeckt er die Lehren des Arztes und Psychiaters Viktor Frankl für sich und nimmt den längsten und schwierigsten Weg seines Lebens in Angriff: den in die Nüchternheit.

Meine Meinung:

Johannes trinkt. Und das schon in einem Alter wo viele Eltern nicht mal ahnen, dass ihre Kinder schon Kontakt zu Alkohol haben. Er trinkt meist nur Bier aber schon bald in Mengen die nicht normal sind. Normal und Bier - 2 Begriffe die nicht zusammen gehören sollten. Kinder und Alkohol - Komasaufen - erst heute ist es ein Begriff. Als Johannes Teenager war, da gab es diesen Begriff noch nicht. Getrunken wurde damals jedoch auch schon. Jugendliche Alkoholiker ja es gibt sie. Johannes spricht offen über seine Alkoholsucht. Er berichtet ehrlich über den schmalen Grad - den Balanceakt - zwischen Erfolg und Absturz. Er berichtet wie er sich von Trinkpause zu Trinkpause hangelte, wie er immer einen Meter vor dem Abgrund stand. Die Spirale der Sucht wird in seinem Buch deutlich und doch ganz abgestürzt war er nie. Er berichtet von einem Leben als jugendlicher Alkoholiker und wie er als junger Erwachsener - immer noch der Alkoholsucht verfallen - doch gesellschaftsfähig blieb. Er berichtet aber auch darüber wie schwer es ist den Schein der Gesellschaftsfähigkeit zu wahren. Und auch wie er doch immer mehr in den Strudel der Sucht gezogen wird. Dabei geht Johannes nicht nur auf die Suchtauswirkungen körperlicher Natur ein sondern berichtet auch über Depressionen, innere Zerrissenheit, die Suche nach dem Sinn des Lebens, Panikattacken, gesundheitlichen Problemen und seiner Angst. Er schaffte den Absprung vom Alkohol und lernte auch ohne Alkohol Glücksgefühle zu erleben.

Dies Buch ist eine ehrliche und vor allem offene Biografie. Johannes zeigt, dass hinter der Fassade gut funktionierender Menschen, guten Angestellten, dem Nachbarn, dem Freund, dem Schwiegersohn doch ein Abgrund einer Alkoholsucht sein kann. Freunde, Nachbarn, Familie merken es oft nicht oder sehr spät oder aber sie wissen nicht wie damit umgehen.

Beim Lesen fragte ich mich desöfteren wieso niemand eingriff, dass ein Alkoholiker mit Kindern arbeitet. Auf der anderen Seite verstand ich immer mehr, dass Johannes ein typisch gesellschaftlich geduldeter Alkoholiker war. Wer das Wort Alkoholiker hört denkt automatisch an Penner, die vollgekotzt auf der Straße liegen. Meist Männer die in Kneipen einen übern Durst trinken und dort versacken und morgens sich schon den Fusel rein gießen. In Wirklichkeit sind das jedoch die extremen Ausnahmen. Die meisten Alkoholiker sind Menschen, denen man es nicht ansieht. Vor allen in den ersten Jahren der Alkoholsucht leben diese in ihrer Sucht fast völlig unentdeckt. Ich selbst bin mit einer Alkoholikerin groß geworden. Eine Frau, die hin und wieder abstürzte, aber ansonsten ihren Pegel hielt. Sie ging arbeiten, hatte eine Wohnung, lebte in einer Beziehung aber dann wurde sie mit 30 kmh auf der Autobahn aufgegriffen. Dann war sie wieder trocken und eines Tages schaute man genauer und fand 80 leere Woodka Flaschen versteckt in ihrer Wohnung - sogar im Spülkasten. Auch durch sie weiß ich dass viele dieser noch gesellschaftsfähigen Alkoholiker immer wieder Phasen von Trockenheit und Suff durchleben.

Die Geschichte von Johannes ist keine Anleitung wie man nüchtern wird sondern die Lebensgeschichte eines jungen Mannes, der den Alkohol überwunden hat und ein Einblick in die Gedanken und Gefühlswelt eines Alkoholikers gibt.

Das Buch bekommt von mir ein: definitiv lesenswert.
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Es ist durchaus seltsam, die denkwürdige Lebensgeschichte des jüngeren Bruders in einem Buch zu finden. Noch berührender wird es, wenn man die Schauplätze kennt - zumindest jene aus der Kindheit des Bruders. Ich kenne die Gassen und Plätze und weiß, wie sie im Winter aussehen und wie im Sommer und welche Plätze ihre geheime Magie haben und still und geduldig dazu einladen, sich niederzulassen und zu trinken.
Ich kenne die Schlichtheit der Verführung, von der er im Buch erzählt und ich kenne die Hartnäckigkeit, mit der einem der Alkohol zuflüstert, dass man in ihm und durch ihn Sinn finden kann.
Und um Sinnsuche geht es im Buch von Johannes Nathschläger. Ich weiß nichts von Logotherapie; mein Weg vom Alkohol weg war anders und weit weniger dramatisch und deshalb auch weit weniger berichtenswert. Was mir im Buch aufgefallen ist und was mich persönlich stark berührt hat ist, dass es völlig ohne weinerlicher Bauchnabelschau auskommt. Die Sprache ist direkt, bestechlich genau, präzise wie ein Skalpell; die Gedankengänge in sich schlüssig. Dieses nach dem eigenen Körper treten (Alkohol) und ihn doch zu lieben (laufen) als Symbol für die Hassliebe, einen Sinn suchen zu müssen? Sinnsuche als Lebensinhalt? Gut getroffen finde ich. Es ist die Wahrhaftigkeit, mit der hier erzählt wird, wie man von der Sinnsuche in die Sucht fallen kann, und von dort nur einen schlierigen, steilen Weg zurück findet. Zurück wohin? Das Leben muss einfach voll sein, um dem Alkohol, den Drogen, dem was weiß ich, keinen Platz zu bieten. Alkohol, Sucht nistet dort, wo sonst nichts ist, das verdrängen kann. Fusel ist der billigste Kit um Leere aufzuspachteln.
Einen Punkt Abzug gibt es, weil das Buch an manchen Stellen in sich unschlüssig wirkt, ob es nun Biographie, Beichte, wissenschaftliche Abhandlung oder Philosophie sein möchte. Da fehlt noch die erzählerische Balance.

Das Buch ist für jeden empfehlenswert, der schon einmal diese merkwürdige Leere empfunden hat, die sich mit Alkohol und Selbstmitleid wunderbar verstopfen lässt. Und mehr kann Alkohol, mehr kann keine Droge: verstopfen, die Erde ringsum verseuchen. Das Buch ist schlussendlich tröstlich und lehrreich, ohne all zu belehrend daherzukommen.

Grade 4 Sterne :-)
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