Wer japanische Katastrophenfilme kennt, kann sich der Erwartung einstürzender Modellhäuser und brennender Spur-0-Landschaften nicht verschließen. Und so hatte auch ich keine großen Erwartungen beim Spontankauf dieses Films. Hoffnung machte mir, dass der Regisseur als führender SFX-Mann Japans gilt und das Ganze ein Remake eines Klassikers aus den 70ern ist. Und tatsächlich wurde ich angenehm überrascht. Die Tricks sind auf dem Niveau von "The Day After Tomorrow", und wie beim Emmerich-Film wird genüsslich alles zelebriert, was sich an Katastrophen so anbietet: Erdbeben, Vulkanausbrüche, Tsunamis, Massenpanik, Gerölllawinen und Feuersbrünste. Halbdokumentarische Texteinblendungen sorgen dabei für einen gewissen Eindruck von Authenzität. Für den westlich geprägten Betrachter macht sich lediglich die japanische Machart unangenehm bemerkbar: Viele Szenen hätte man kürzen und manche Gefühlsregung nicht so auswalzen müssen (wobei die unvermeidliche Lovestory durchaus stimmig ist). Bei 130 Minuten Filmlänge ergibt das einige Hänger, die nicht hätten sein müssen. Lässt man sich aber auf diese fernöstliche Sichtweise ein, kann man einen durchaus packenden, dramatischen und nicht zu Hollywood-lastigen Katastrophenfilm fernab sonstiger "Godzilla-zerstört-Tokio-Filme" genießen, der zwar in seiner Summe reichlich utopisch daherkommt, aber in abgemildeter Form durchaus Realität werden könnte - auch hier also Parallelen zu "TDAT". Was ja nicht die schlechteste Referenz ist...