Die letzte Fahrt der BismarckDas deutsche Schlachtschiff "Bismarck", das modernste seiner Zeit, versucht im Mai 1941 in den Atlantik durchzubrechen, um die britischen Nachschubkonvois im Atlantik anzugreifen. Die britische Marine ist gezwungen, all ihr Geschick und ihre Schiffe aufzubieten, um dieser Bedrohung zu begegnen. Trotz eines sensationellen Anfangserfolgs endet die Fahrt des deutschen Riesen nach nur wenigen Tagen in der Katastrophe.
Kurz zusammengefasst berührt diese Inhaltsangabe die Kernpunkte des Films. Szenisch umgesetzt wurde das Ganze durch die Konzentration auf die Vorgänge im unterirdischen Lagezentrum der britischen Marine in London, in der Kenneth More als leitender Offizier für die Operationen gegen die "Bismarck" verantwortlicht zeichnet. Abgehakt werden kann an dieser Stelle auch die zarte Liebesgeschichte, die sich - für einen Film dieser Art in meinen Augen überflüssig - zwischen ihm und einer zugegeben bezaubernden Dana Wynter entwickelt. Ansonsten ist der Film ein Kind seiner Zeit: die Briten in allen Positionen treffen ihre Entscheidungen souverän und stets "gentlemanlike", während die deutschen Offiziere - insbesondere der Flottenchef Admiral Lütjens - eher dem entsprechen, was man sich im Großbritannien der 1950-er Jahre unter einem "Deutschen" vorgestellt hat. Die Rollenverteilung zwischen "Gut und Böse" ist also von Anfang an klar festgelegt; die Tatsache, dass auch stets nur von den englischen Charakteren persönliche Bilder gezeichnet werden, trägt ein Übriges dazu bei.
Technisch ist der Film für seine Entstehungszeit sehr gut umgesetzt, Modell- und Originalaufnahmen sind geschickt ineinander verwoben worden. Im Allgemeinen hält sich der Film auch an die historischen Tatsachen, besonders gegen Ende aber driftet er doch teilweise erheblich von den Fakten ab.
Alles in allem ist mir "Die letzte Fahrt der Bismarck" 3 Sterne wert, es ist ein typischer Kriegsfilm der 1950-er Jahre mit klarem moralischen Stempel des Produktionslands, der aber durch seine für die damalige Zeit beeindruckende Tricktechnik punkten kann. Aufgrund der Tatsache, dass er außerdem bis heute tatsächlich der einzige Spielfilm zum Thema ist, ist er auf jeden Fall für den Interessierten sehenswert.