Ich erspare Euch, hier den Inhalt nochmals wiederzugeben, dafür gibt's ja bereits genügend andere Bewertungen. Offenbar spaltet jedoch dieses Buch die Leserschaft in zwei Lager, daher möchte ich lieber kurz darauf einzugehen, was aus meiner Sicht von dem Buch zu erwarten ist - und was nicht.
Wer eine "knallharte" Space-Opera erwartet, dürfte (siehe auch die entsprechenden Rezensionen) bitter enttäuscht werden.
Wer jedoch ein Buch sucht, welches nicht nur vor Witz, völlig irrwitziger Ideen und Esprit nur so strotzt (z.B. ein Admiral, welcher neben seiner Senilität unter seiner Scheinschwangerschaft leidet), sondern auch auf einer zweiten Ebene einige sehr ernsthafte Gedanken durchspielt, kommt voll auf seine Rechnung.
Bei den ernsthaften Gedanken geht es zum Beispiel um Fragestellungen, wie es sich gesellschaftlich wie auch wirtschaftlich auswirken würde, wenn wir eines Tages - beispielsweise durch die Hilfe technologisch weiterentwickelter Rassen (im Buch verhält es sich zwar etwas anders) - in der Lage wären, alle unsere materiellen Wünsche erfüllen zu können.
Im Gegensatz zu anderen Büchern werden solche Fragen aber nicht auf penetrante Weise trocken der Geschichte aufgepfropft, sondern sind verpackt in einen wunderschönen und knallbunten Blumenstrauss an herrlichen Ideen und einem spannenden Handlungsbogen.
Obwohl ich zugeben muss, dass "Per Anhalter durch die Galaxis" wirklich Kult ist und ich auch Freude daran hatte, ist es mir auf Dauer einen Tick zu "klamaukig" und nutzt sich etwas ab.
Mit "Singularität" ist es Charles Stross jedoch nun gelungen, mindestens genauso irrwitzige Ideen zu entwickeln, diese jedoch in einen etwas bodenständigeren (wenn auch nicht immer so ganz bierernsten) Rahmen einzubringen und dabei erst noch einen Bezug zur "Science" zu schaffen.
Für mich ist dieses Buch nach vielen Enttäuschungen im Bereich der SF wieder eines, was mir wirklich Freude bereitet hat. Ich hatte mir zwar vorgenommen, langsam zu lesen, aber ich konnte mich schlicht nicht beherrschen - und viel zu früh bin ich schon durch damit (aber nur für das erste Mal...).
Fazit: Kult ist wieder mal angesagt!