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Singuläres Auschwitz?: Ernst Nolte, Jürgen Habermas und 25 Jahre "Historikerstreit"
 
 
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Singuläres Auschwitz?: Ernst Nolte, Jürgen Habermas und 25 Jahre "Historikerstreit" [Broschiert]

Mathias Brodkorb
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 180 Seiten
  • Verlag: Adebor Verlag (7. Juli 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3980937593
  • ISBN-13: 978-3980937597
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,2 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Im Jahre 1986 entbrannte zwischen dem Historiker Ernst Nolte und dem Philosophen Jürgen Habermas ein Streit, der große Teile der Bundesrepublik Deutschland bewegte und bis heute nachwirkt. Im Zentrum der damaligen Auseinandersetzung stand die Frage, ob Auschwitz ein historisch einzigartiges und alle bisherigen Dimensionen menschlicher Erfahrung sprengendes Ereignis gewesen sei oder nicht. Angesichts der Tatsache, dass die Fragen nach der Singularität von Auschwitz sowie der Bedeutung des Holocaust für die deutsche Nachkriegsidentität an Aktualität nichts eingebüßt haben, ziehen renommierte Autoren 25 Jahre nach dem „Historikerstreit“ zwischen Ernst Nolte und Jürgen Habermas Bilanz. Die Autoren: Mathias Brodkorb, Egon Flaig, Jürgen Kaube, Christian Meier, Ernst Nolte, Alan Posener, Jörn Rüsen, Heinrich August Winkler, Wolfgang Wippermann.

Über den Autor

Mathias Brodkorb (geb. 1977) ist Philosoph und Gräzist, seit 2002 Abgeordneter des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern und Mitbegründer von www.endstation-rechts.de.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
13 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von A.
Format:Broschiert
Diese qualitativ sehr durchwachsene Textsammlung ist zum 25. Jahrestag des Historikerstreits
erschienen.

Über ein Drittel des gesamten Bandes ist dabei Erzeugnis des Herausgebers, Herrn
Brodkorb. Dieser ist laut Autorenregister "Philosoph und Gräzist", und eben kein
Historiker, was angesichts einer historischen Debatte ein Witz ist.

Natürlich handelte es sich beim Historikerstreit auch um eine geschichts-
politische Debatte. Daher ist ein Blick von außerhalb der Geschichtswissenschaft hilfreich,
was man am sehr klaren Beitrag von Alan Posener sehen kann. Aber Herr Brodkorb kommt
einfach nicht zum Punkt.

Ungeachtet der Eitelkeit des Herausgebers sind die übrigen Texte sehr unterschiedlich in ihrer
Qualität.

Besonders ärgerlich ist ein Beitrag von Prof. Winkler, der diesen Band ungeniert zur Werbung für sein
bald publiziertes Buch "Geschichte des Westens, Band 2" nutzt. Aus diesem wird ein hier unpassendes Exzerpt
abgedruckt, und zum Historikerstreit wird einfach eine halbe Seite hintendran geklatscht. Das ist dann doch erstaunlich und peinlich.

Recht anregend sind der mit Furor verfasste Beitrag von Prof. Flaig und derjenige vom FAZ-Ressortleiter
Wissenschaft, Jürgen Kaube.

Schrecklich ist das Nolte-Interview, in dem dieser die gestellten Fragen in gewohnt anstrengend-nebulösen Formulierungen erstickt. Sein damaliger Artikel in der FAZ war auch nicht deutlicher. Seine Herkunft als Heidegger-Schüler merkt man in jedem Satz.

Das Interview führte der Nichthistoriker Brodkorb, und vielleicht kommt deshalb nicht viel dabei heraus. Was belegt denn den sogenannten kausalen Nexus, also einen Ursachenzusammenhang, zwischen Gulag und Auschwitz, nach Noltes Meinung? Das Interview trägt zum Eindruck bei, Nolte habe seine Behauptungen von damals weder revidiert noch zu beweisen versucht. Was hat er eigentlich 25 Jahre lang gemacht?

Das im Band erwähnte SPIEGEL-Gespräch zwischen Nolte und Augstein gibt es im Online-Archiv des SPIEGEL, es ist
immer noch lesenswert. Der Herausgeber dieses Bandes hat wohl keine Abdruckgenehmigung erhalten. Bezeichnend ist, dass sich Prof. Habermas dieser Publikation ebenfalls verweigerte.

Im Ergebnis daher eine enttäuschende Aufsatz- und Interviewsammlung ohne Erkenntnisgewinn.
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15 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Zwischenbilanz 14. Juli 2011
Von Beinwell
Format:Broschiert
Vor 25 Jahren begann der sogenannte Historikerstreit. In der Frühphase konzentrierte er sich auf zwei Teilnehmer, den Historiker Ernst Nolte und den Philosophen Jürgen Habermas. Nolte behauptete in einem Artikel, der in der FAZ veröffentlicht wurde, die Nazis hätten ihre monströsen Verbrechen in Rückwirkung auf die Verbrechen der Kommunisten in der Sowjet Union begangen. Habermas war der erste, der energisch darauf antwortete. In einem Essay in der Zeit warf er Nolte vor, die NS-Verbrechen zu verharmlosen, ihre Einmaligkeit zu bezweifeln. Alsdann meldeten sich viele Historiker und Leserbriefschreiber zu Wort, die beide Kombattanten entweder angriffen oder verteidigten.

Jetzt hat der Adebor Verlag einen Sammelband vorgelegt, der sich diesem Komplex widmet. In zehn Essays und Gesprächen berichten angesehene Autoren, wie sie heute den Streit bewerten. Auch dabei gibt es keine einheitliche Linie, Nolte und Habermas werden wie gehabt angegriffen und verteidigt. Herausragend, in negativer Weise, ist meiner Meinung nach der Beitrag von Egon Flaig, der Habermas vorwirft, immensen Schaden angerichtet zu haben und stalinoide Popularisierung zu betreiben. Seine eigene Position verrät er dadurch, dass er Wörter wie political correctness und Gutmenschentum verwendet, die Nolte als Opfer charakterisieren sollen.
Ich finde das geht zu weit. Habermas hat Außerordentliches geleistet, die Shoa war, ist und bleibt singulär. Schon der Historikerstreit, der bis heute geführt wird, beweist die Einmaligkeit. Oder gibt es Vergleichbares in der Erforschung der kommunistischen Verbrechen oder der Ausrottung der Indianer?

Abgesehen davon muss man dem Verlag ein großes Kompliment aussprechen. Es war richtig, dieses Buch zum 25. Jahrestag herauszubringen. Jedoch ist es keine Bilanz, wie auf der Website von endstation rechts behauptet wird, sondern nur eine Zwischenbilanz. Der Streit wird weitergehen.
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