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Schallplattensammler haben sie eifersüchtig gehütet, die Original-LP Träume heißen Du, so der damalige Titel des Cole-Porter-Albums von Hildegard Knef. 28 Wochen hielt es sich auf den vorderen Rängen der Charts. Heute ist die Scheibe ein absoluter Klassiker. "Sei mal verliebt" ("Let's Do It), "Nichts haut mich um aber du" ("I Get A Kick Out Of You") und "Ich bin leider viel zu faul" sind aufgrund ihrer humorvollen, aber auch emotional-nachdenklichen Übertragungen unübertroffene deutsche Versionen aus dem American Songbook. Die Verbindung Hildegard Knefs zu Cole Porter war höchst konkreter Natur: 1955 ließ er sie 478 Vorstellungen in seinem Musical Silk Stockings am Broadway spielen. Aufnahmen aus dem Original-Broadway-Cast-Album sind dieser CD ebenfalls als Bonus-Tracks beigefügt und machen sie schon allein deswegen zu einer Rarität.
Eine Sensation ist auch, was aus den Lautsprechern tönt: Die Toningenieure haben sich dieser Aufnahmen mit besonderer Liebe und Sorgfalt angenommen -- eine Verbeugung vor der Kunst der Knef. Die Folge ist ein 71-minütiges, akustisches Hochgefühl, wie seit den ersten Tagen der Stereofonie auf schweren Vinylscheiben nicht mehr. Als Synonym dafür stand damals ein Logo mit golden züngelnden Blitzen, in dessen Zentrum der Name "Telefunken" zu lesen war. Schön zu wissen, dass es Traditionen gibt, die noch heute fortgeführt werden, wie diese Aufnahmen beweisen. Fans dürfen sich deshalb noch auf weitere Preziosen aus den Archiven freuen, darunter das Livealbum, Hildegard Knef In Concert. --Andreas Schultz
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Hildegard Knef war nie eine Schlagersängerin, sondern inspirierte mit ihrem einzigartigen Gemisch aus Jazz, Blues, Swing und Beat viele Interpreten, sogar spätere Rocksänger. Ihr großer Verdienst ist, dass Hildegard Knef als erste deutschsprachige Frau schon sehr früh eigene Songtexte schrieb, die zudem alles andere als oberflächlich waren.
Das ansprechende Cover wurde neu gestaltet, da das alte Original nicht mehr zeitgemäß war. Im Booklet befinden sich viele schöne Fotos von Hildegard Knef in all ihren Facetten - melancholisch, herzlich lachend und nachdenklich - umrahmt von einer fabelhaften Biographie des Fachjournalisten Viktor Rotthaler. Dazu die gewohnt detaillierten Trackinfos.
Unter den zahlreichen Bonustiteln sind auch vier Stücke aus dem Broadway-Musical "Silk Stockings", in dem Cole Porter Hildegard Knef erstmals zum singen "zwang" und zwei Stücke für sie schrieb. Er liebte ihre erotisch-verrauchte Stimme. Und auch die Legende Ella Fitzgerald lobte die Knef als "größte Sängerin ohne Stimme", nachdem sie später Jazzstandards auf ihre eigene Art interpretierte.
Von dieser Stimme lebt auch das vorliegende Album: Mal vibrierend und scheu, mal fest und stark, dann wieder frech und lachend. Knef pur! Das Orchester Hans Hammerschmid bietet dazu einen tollen Sound mit typische Jazz-Instrumentierung, die heutzutage vermehrt in der Rock und Popmusik auftauchen.
Hilderad Knef singt Cole Porter und eigentlich auch nicht: Alle englischen Text wurden von Mischa Mleinek übersetzt und der Interpretin auf den Leib geschrieben. Die 13 Bonustitel sind ausnahmslos englisch gesungene Songs (mit charmanten TH-Problemen) in Begleitung verschiedener Orchester. Wunderschöne zeitlose Klassiker wie "Fever", "I Travel Alone" oder "Mack The Knife" rauben einem in der dargebotenen Form den Atem. Ja, auch das ist Pop-Musik!
Fazit: Eine fantastische CD in all ihren Elementen. Ein Gesamtwerk, das diese Bezeichnung wirklich verdient. Eine längst fällige Wiederbelebung, zeitloses Zeitdokument und moderne Retrospektive zugleich - viel Jazz, viel Hilde, viel Professionalität. Es ist beruhigend zu wissen, dass der Telefunken-Katalog in guten Händen ist.
--- Regina Sommerfeld für German Rock e. V.
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