"Singles" ist Cameron Crowe's erster größerer Film und wie die meisten seiner Filme (Almost Famous, Jerry Maguire)spielt auch hier die Musik eine ganz wesentliche Rolle. Der heitere Film über Singles und Beziehungskisten ist nämlich in Seattle angesiedelt, und Seattle war bekanntlich der Nabel der "Grunge" Bewegung. Das Plattenlabel SUB POP und Bands wie Mother Love Bone, Nirvana, Soundgarden oder Mudhoney prägten mit ihrem Stil die Musikszene der frühen 90er und ziehen sich auch wie ein roter Faden durch diesen Film, in dem Steve, Linda, Janet & Cliff, Bewohner ein- und derselben Wohnhausanlage versuchen ihr Leben - und vor allem ihr Liebesleben - in den Griff zu kriegen, und sich dabei in Situationen wiederfinden, wie wir sie alle kennen oder auch schon erlebt haben.
Leute um die 20, evtl. auch noch mit einer Vorliebe für Rockmusik, werden diesen Film am ehesten mögen, denn die Musiker von Pearl Jam, Soundgarden, und Alice in Chains sind dabei in Gastrollen zu sehen. Das geschulte Grunge-Auge wird bei genauerem Hinsehen auch Mother-Love-Bone-Graffitis, Mudhoney-Shirts, oder SUBPOP-Merchandise entdecken :-)
Von den Hauptdarstellern gefällt mir Campbell Scott alias Steve am besten, aber auch Bridget Fonda und Matt Dillon (mit langer Mähne & Ziegenbart!) erheitern als WG-Pärchen Janet & Cliff.
Der Soundtrack ist natürlich besonders hörenswert, die Titelmusik stammt von Paul Westerberg, und Performances von Alice in Chains & Soundgarden sind sogar live zu sehen, wenn die Hauptdarsteller in die Club-Szene Seattle's eintauchen.
Alles in allem ein gelungener Film in typischer Cameron-Crowe Manier, der durchaus mit "Almost Famous" oder "Jerry Maguire" mithalten kann, und mir als Grunge-Fan aus Teenagerzeiten 4 Sterne wert ist, auch wenn die DVD ausser der Originalfassung und 2 entfallenen Szenen nicht viel zu bieten hat (ein paar Hintergrundinfos über die Musik-Szene von Seattle wären schon nett gewesen...)