Obwohl Fräulein Zelmani seit 1995 schon vier Alben veröffentlicht hat, hatte ich den Namen vorher nie gehört, als ich per Zufall über das Album "Sing and Dance" stolperte. Schon nach einmaligem Hören war mir klar: WOW. KLASSE. WAS FÜR EINE SCHEIBE.
In Schweden ist die dunkelhaarige Schönheit (deren Look eher an die 50er Jahre erinnert) bereits eine Berühmtheit; ihr erstes Album erreichte dort Goldstatus und sie holte sich auch einen schwedischen Grammy Award.
Es ist schwierig, die Musik, die Sophie Zelmani macht, mit irgend etwas zu vergleichen. In ihrer Biographie ist zu lesen, dass sie keine Plattensammlung hat. Vielleicht liegt es ja daran, dass kein Vergleich greift. Am besten lässt sie sich unter die Singer & Songwriter einreihen, obwohl diese Titulatur immer so einen komischen Beigeschmack hat. Auf jeden Fall komponiert und textet Sophie alle ihre Titel selbst, so auch auf "Sing and Dance". Dabei sind die Texte (und auch die Melodien) meist eher simpel; durch die betörende, sexy Stimme von Sophie erhalten sie ungeheuere Dimensionen, mal unendlich traurig, abgründig, düster, dann wieder von ansteckendem Optimismus. Sophie Zelmani setzt ihre Stimme unglaublich gekonnt ein - intim, zart und poetisch präsentiert sind ihre Songs.
Instrumentiert wird meist auch recht einfach: Gitarre, Bass, Schlagzeug, mal ein perlendes Piano, mal eine begleitende Flöte, mal ein kleines Bläserensemble (besonders schön bei "People"). Zum ersten Mal liefert Sophie auch ein Duett ab: "Once" mit Sänger Freddie Wadling - das in seiner Stimmung an "Where the wild roses grow" von Nick Cave & Kylie Minogue erinnert, und diesen Vergleich auch nicht zu scheuen braucht.
Also unbedingt mal reinhören - ich wette, die meisten werden positiv überrascht sein. Anspieltipps: How's your heart doing?, People, Once, How it feels.