Die Bremer Kammerphilharmonie und Paavo Järvi haben hier eine vorzügliche Interpretation der 8. Symphonie Beethovens geliefert: transparent, schlank, klar, tänzerisch, elegant! Sehr gelungen!
Wie andere Rezensionen hier ja schon zeigen, könnte man sich über die "Eroica" streiten. Für meinen persönlichen Geschmack ist das eine hervorragende Version der Eroica. Die kleine Besetzung dämpft genau das, was mir an der Eroica nicht gefällt, nämlich die laut dröhnenden Blech-Parts. Vielleicht bin ich hierfür kein repräsentativer Bewerter, da ich persönlich die Eroica zwar in Ordnung finde, sie aber diejenige unter Beethovens Symphonien ist, mit der ich mich mit Abstand am schwersten tue.
Wer diese Symphonie wirklich liebt wird hier das Pathos oder, wie Herr Dr. Alberts es nennt, den Gigantismus vermissen. Es ist schon wenig Klangvolumen da. Auch ist Järvi insofern eine Art Anti-Karajan als er eher tendenziell einen Staccato-Stil pflegt, wo Karajan seinen berühmten Legato-Stil kultivierte. Für mich ist das für die Eroica genau das richtige. Aber ich kann verstehen, dass es nicht jedermanns Sache ist.
Ich muss meiner alten Rezension noch anfügen (September 2009): je öfter ich die Interpretationen der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen höre und je mehr andere Aufnahmen ich höre, um so mehr wächst meine Achtung. Diese "Eroica" ist für meine Ohren einfach genial - Järvi und das Orchester fühlen sich der historisch informierten Aufführungspraxis verpflichtet, was dazu führt, dass sie - ähnlich wie Norrington mit seinen Orchestern - die Eroica weitaus weniger romantisch und mit sehr viel Schwung und Kraft darbieten. Die Transparenz, die dieses Gespann bietet ist ebenfalls genial. Für die Achte gilt ähnliches. Für mich für beide Symphonien die Referenzaufnahme, aber Achtung: hier spricht ein Fan. Seit ich die Järvi und die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen in Bonn beim Beethovenfest gesehen habe, bin ich einfach zutiefst beeindruckt. Beethoven lebt bei diesem Gespann! Er hat Kraft, hat Schwung, bietet Spaß, Freude, Ausdruckskraft und sein Ideenreichtum beeindruckt. Danke für das Beethoven-Projekt an Järvi und das Orchester!