Mit der Reihe "Great Conductors" ist EMI ein besonderer Geniestreich gelungen. Neben den Aufnahmen von Fritz Busch, Erich Kleiber, Bruno Walter, gehört vor allem auch der Tscheche Václav Talich (1883 - 1961) zu den besonders denkwürdigen Meilensteinen dieser Reihe. Hier ist es gelungen, die besondere Intensität Talichs und die Hingabe seiner Orchester, der tschechischen und slowakischen Philharmonie, an ihren Dirigenten dem Hörer fühlbar zu machen. Man fühlt sich förmlich in den musikalischen Sog. Hervorzuheben ist das Nebeneinander der bekannten Komponisten wie Dvorák und Smetana neben weniger Bekannte wie Novak und Benda zu stellen. Höhepunkt steht neben Höhepunkt - wie etwa Dvoráks "Wassermann" und Talichs Bearbeitung des "Schlauen Füchsleins" von Janácek. Wann je hat man Suks Streicherserenade inniger gehört? Und wie ein einsamer Fels steht für mich seine, nach eigenen Worten "entrümpelte", Version der Symphonie "Aus der neuen Welt" - damit auch einen Kubelik, Ancerl, Kleiber (Naxos) oder etwa Malko - auch bei Great Conductors - weit hinter sich lassend. Schade, daß ich hier nur 5 Sterne geben darf, tausend hätte er dafür verdient!