Roussels Schaffen ist nicht sehr umfangreich. Diese Doppel-CD enthält, in Spielminuten berechnet, bereits mehr als die Hälfte seiner wichtigsten Kompositionen für Orchester. Und dies überwiegend in Einspielungen ersten Ranges. Vitalität, Knappheit, Reichtum der Erfindung, sorgfältige Ausarbeitung, Kombination mehrerer Stimmen, die spannungsvoll nebeneinander verlaufen, dazu ein Schuß Ironie, der Roussel als (kraftvolleren) älteren Zeitgenossen von Poulenc, Ibert, Francaix ausweist, werden speziell in den Einspielungen der späten Sinfonien unter Cluytens und der Ballette unter Pretre zupackend erfaßt und zu einer Wonne für den Hörer. Aber auch das sonst oft trocken und lieblos heruntergehechelte und wahrscheinlich darum weniger bekannte Klavierkonzert gewinnt in der Einspielung, die zusammen mit der Sinfonietta die erste der CDs ergänzt, atmosphärischen Reiz und die Statur, die Roussels Hauptwerke adelt.