EMI im Goldglanz.Ein stabiles Beiheft,mit Goldverschnitt auf dem Cover. Jede Menge Bilder vom Superstar. Und dann ? Ein berühmtes Klassikmagazin bespricht den Zyklus überhaupt nicht und auch hier erscheint nach Jahren die erste Rezension. Die Idee, man spannt Super-Stars zusammen und dann kommt ein Spitzenergebnis heraus,funktioniert offensichtlich nicht. Die Strategie ist verpufft. Dieses Verb passt sehr gut zur Aufnahme. Das " Gewitter" in der Pastorale,einfach verpufft, man hört nicht einmal die Pauken- höre Norrington dagegen oder andere-da ist was los- bei Rattle geht alles in einem Brei unter. Vielleicht london fog ,aber ein Gewitter nach Beethoven-Manier,nein.Der Beginn der Fünften- harmlos, ein schlimmeres Urteil kann es kaum geben. Harmlos.Oder den Finalsatz der Neunten, klingt so marschmässig, reisst einfach nicht vom Hocker. Der vierte Satz der siebten ist keine Apotheose des Tanzes;wie es die Wiener können, hat uns Carlos Kleiber vorgeführt.Bei den kleinen Sinfonien hat Rattle ohnehin keine Chance gegen die Norrington,Gardiner,Hogwood,Brüggen-Fraktion. Im Beiheft zur Box dürfen wir lesen, dass Rattle selbst überrascht war, dass die Wiener ihn fragen. Wenn man das Ergebnis hört, denkt man, hätten sie das doch besser unterlassen. Wenn man einen neueren Zyklus mit einem grösseren Orchester hören möchte, so richtig in grosser Besetzung,so in richtig " klassischer Manier", dann sollte es der Zyklus mit Abbado sei, den er in Rom dirigiert hat. Enorm,welche Kontouren Abbado gewonnen hat nach seiner schweren Krankheit und man sieht (es gibt eine DVD-Version davon) mit welcher Begeisterung die Berliner ihrem ehemaligen Chef-Dirigenten zu Willen sind.