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Sinfonie 9 "die Grosse"
 
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Sinfonie 9 "die Grosse"

Berliner Philharmoniker Audio CD
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Musik

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Fotos

Abbildung von Berliner Philharmoniker

Biografie

Die Berliner Philharmoniker spielen seit fast 125 Jahren eine der wichtigsten Rollen im Musikleben Berlins. 1882 machten sich 54 ambitionierte Musiker, die gegen ihren Dirigenten Benjamin Bilse aufbegehrten, selbstständig und gründeten das Berliner Philharmonische Orchester, das zunächst jedoch mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. 1887 übernahm der Konzertagent Hermann Wolff das… Lesen Sie mehr im Berliner Philharmoniker-Shop

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Produktinformation

  • Komponist: Franz Schubert
  • Audio CD (13. Januar 2006)
  • SPARS-Code: DDD
  • Anzahl Disks/Tonträger: 1
  • Label: Century Media (EMI)
  • ASIN: B000CEGW1A
  • Weitere verfügbare Ausgaben: MP3-Download
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 7.212 in Musik (Siehe Top 100 in Musik)

 
1. Sinfonie Nr.9 C-dur D 944 'Die Große' - Rattle,Simon,Bp,Schubert,Franz

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SINFONIE 9 "DIE GROSSE"

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28 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Geglückte Synthese 3. Februar 2006
Format:Audio CD
An Aufnahmen von Schuberts großer C-Dur-Sinfonie herrscht wahrlich kein Mangel. Mit Furtwängler, dreimal Günter Wand und Riccardo Muti liegen auch völlig unterschiedliche, aber für mich Maßstäbe setzende Aufnahmen vor. Rattles neue Aufnahme stellt sich daneben würdig in einer eigenen, neuen Weise. Er übernimmt Spieltechniken der sog. "Orignalklang"-Dirigenten, die alle bisher mehr oder weniger an Schubert gescheitert sind (Norrington, Gardiner, Harnoncourt, Mackerras - Schubert geht halt nicht im zackigen Eilzugtempo).
Die Berliner spielen mit Hingabe und Leidenschaft, ein großes kammermusikalisches Ensemble - welch eine Entwicklung seit Karajan. Rattle lässt der Musik Raum und Luft zum Atmen, eine riesige, herbstliche Sommerwanderung entsteht vor unserem Ohr, ein schier endloses, manisches Wandern letztlich ohne Ziel und Ergebnis. Das Doppelbödige der Sinfonie wird genau getroffen.
Die schwierigen Temporelationen im ersten Satz meistert Rattle souverän und ohne die berüchtigten Hauruck-Accelerandi und Ritardandi in den verschiedenen Übergängen zwischen den Motiven aus der Einleitung und dem Allegro-Teil. Höhepunkt der Aufnahme ist das Andante, dessen erst fröhliches Marschieren gefährlich aus dem Tritt gerät, dessen Rhythmus sich zwanghaft verselbständigt, wie eine Schallplatte mit einem Sprung, die nicht weiter läuft. Erst im Adagio von Bruckners Neunter wird wieder so ein Zusammenbruch komponiert werden, bevor er bei Mahler quasi beliebig in jeder Sinfonie eingesetzt wird. Gespenstisch und tonlos die ersten Pizzicati danach - das ist eine wirkliche grandiose Durchdringung, die Rattle und die Berliner hier leisten.
Der Klang ist drahtig, kraftvoll und trotzdem leicht. Mit gewaltigen, aber nicht aufgesetzten Paukenschlägen endet ein einstündiger und immer faszinierender musikalischer Gang, um bei der Wanderer-Assoziation zu bleiben.
Als Resume vielleicht folgender Gedankengang: Große Werke werden immer neue Interpretationen hervorrufen, Lust am Vergleichen wecken und qualitätvolle Aufnahmen immer willkommen sein. Schön, das trotz angeblicher Klassik-Krise doch noch Studio-Aufnahmen produziert werden. Dazu scheinen sich nun die großen traditionnellen Orchester intensiv mit dem sog. Originalklang (wie auch immer dieser aussieht) auseinander zu setzen.In diesem Fall ist eine geglückte Synthese aus verschiedenen Interpretationsansätzen gelungen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Tobias Fabian-Krause TOP 500 REZENSENT
Format:Audio CD
Über Sir Simon Rattle ist immer wieder zu lesen, dass es ihm wichtig gewesen sei, die letzten "Karajanismen" bei den Berliner Philharmonikern zu beseitigen. Vergleicht man den Orchesterklang der beiden Epochen, so kann man ihm meines Erachtens kaum absprechen, dass ihm das gelungen ist. Ob das nun gut ist, darüber beginnt schon der erste Streit. Altvordere Kritiker wie Joachim Kaiser beklagen gerne, dass man im Gegensatz zu früher die Berliner Philharmoniker kaum mehr direkt am Klang erkenne, sie werden verwechselbar. Andere loben die Flexibilität des Orchesters und die größere Beweglichkeit, etwa im Vergleich mit den Wiener Philharmonikern (was natürlich von deren Anhängern heftigen Widerspruch herausfordert).

So sehr sich Rattle auch von Karajan absetzen wollen mag in einem Punkt unterscheiden sich beiden Maestri nicht: sie sind "Lichtgestalten" des Klassikbetriebs und sie polarisieren, haben eine große Fangemeinde, der bereits das Herz aufgeht, wenn sie den Saal betreten (haben) oder auf einem Cover zu sehen sind, werden aber auch hart kritisiert, der Oberflächlichkeit angeklagt und bezichtigt, letztlich nur begrenzt fähig zu sein, sich in die Eigentümlichkeit und Klangwelt der jeweiligen Komponisten einzuleben. Karajan wurde gerne nachgesagt, er habe letztlich aus allem einen Beethoven mit Bruckner-Einschlag gemacht. Rattle verlor Ende der Saison 2009/10 seinen brillanten Hornisten Radek Baborak, dessen als Begründung für die Demission kolportierter Ausspruch Rattle habe "eine große Speisekarte, aber keine Spezialitäten" den englischen Dirigenten doch wieder bedenklich in die Nähe Karajans rückt.

Die Große C-Dur-Symphonie von Franz Schubert ist seit ihrer "Entdeckung" durch Robert Schumann und ihrer Uraufführung unter der Leitung von Felix Mendelssohn integraler Bestandteil des Konzertbetriebs. Die Anzahl der Einspielungen ist gigantisch. Kaum ein Maestro, der nicht mindestens einmal Schuberts Opus magnum zur Aufnahme brachte. Auch die Berliner Philharmoniker waren diesbezüglich nicht untätig. Furtwängler ließ sie Schubert als elegischen Spätromantiker portraitieren, dessen zweiter Satz sich ins Unendliche auszudehnen scheint. Karajan nahm Schuberts Große C-Dur-Symphonie zweimal auf, übrigens für meinen Geschmack jedenfalls bei der späteren Aufnahme keineswegs verklärt und kitschig (wie seine übrigen, sehr anstrengenden Schubert-Aufnahmen), sondern teils majestätisch, teils temperamentvoll und für meinen Geschmack sehr gelungen. Mir wäre keine Abbado-Aufnahme (wohlgemerkt mit den Berlinern) bekannt. Am 1. Mai 2009 stand mit Riccardo Muti ein durchaus renommierter Schubert-Interpret am Pult der Berliner und dirigierte ungewöhnlich locker und fröhlich eine genau so rüberkommende Große C-Dur. Standing Ovations in Neapel, nicht ganz zu Unrecht.

Konzeptionell sind alle genannten Aufführungen der Großen C-Dur für meinen Geschmack mit dem einen großen Makel behaftet, dass die Brüche und Übergänge in Schuberts sehr dramatisch und wechselhaft gestaltetem Opus nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Außerdem wurden tendenziell die Tempi verschleppt. Karajan und Furtwängler mag man insbesondere letzteres noch nachsehen. Die neuere Schubert-Forschung geht erst seit einigen Jahren davon aus, dass Schubert Alle-Breve-Zeichen unkonventionell und undeutlich notierte, weswegen sie übersehen wurden. Das begründet auch die Tradition z.B. sehr langsam in den ersten Satz zu starten, wo man heute davon ausgeht, dass er eigentlich doppelt so schnell gehört. Muti könnte dies wissen, hängt aber wohl der traditionellen Lesart an. Aus meiner Sicht eine lässliche Sünde, denn beiden Lesarten haben ihre angenehmen Seiten.

Rattle hatte mit den Berlinern 2006 diese Aufnahme vorgelegt. Trotzdem er seit langer Zeit mit dem Orchestra of the Age of Enlightenment, einem Originalklangensemble par excellence zusammenarbeitet hat Rattle mit der historischen Aufführungspraxis im Grunde nicht viel am Hut. So startet auch diese Aufnahme von Schuberts Großer C-Dur Symphonie langsam und getragen. Die gute? alte Tradition, (De-)Crescendi, Sforzati, Accelerandi und Diminuendi etwas glatt zu bügeln behält Sir Simon bei. Für mich ein Malus, aber wenn die übrige Interpretation stimmt wie m.E. bei Karajan kann man das machen. Das Problem bei dieser Aufnahme ist nur, sie stimmt m.E. nicht. Es fehlt mir immer das letzte Quäntchen. Auch wenn man das Alle-Breve ignoriert, dürfte es m.E. dennoch ein etwas höheres Grundtempo sein, auch wenn man von krachenden Sforzati und harten Dynamikwechseln nichts hält kann was etwas mehr Temperament versprühen. Alles wirkt immer ein wenig wie mit angezogener Handbremse dirigiert. Ständig möchte man Rattle zurufen, seinem Namen etwas mehr Ehre zu machen und den Hörer etwas mehr durchzuschütteln. Aber das passiert nicht und das ist schade. Denn für mich lebt die Große C-Dur-Symphonie vor allem von der Mischung aus Wohlklang, Härte und Temperament. Mit Härte meine ich neben den besagten Übergängen auch das deutliche Auskosten pathetischer Stellen wie z.B. des "großen Zusammenbruchs" im zweiten Satz oder des an Beethoven erinnerenden, bei vielen Interpreten etwas klopfend klingenden tiefen Vorspiels zum endgültigen Finale in den Streichern.

Was ist nun mit dem Wohlklang? Brauchen wir aus meiner Sicht nicht zu diskutieren. Die Berliner Philharmoniker spielen formidabel. Der Streicherklang ist wunderbar ausgewogen, nicht zu dünn, aber auch nicht zu "fett". Die Bläser spielen exquisit und sind famos aufeinander abgestimmt. Viele kleine, von Schubert fein ziselierte Details der Begleitung durch die Blechbläser treten hier in bester Transparenz zu Tage, ohne dass wie bei so manchem echten oder gefühltem (Norrington/SWR) Alte-Instrumente-Ensemble der Blechbläsersound irgendwie aufdringlich klingen würde.

Das führt insgesamt dazu, dass man sich die Große C-Dur-Symphonie wunderbar anhören kann, aber sie reißt einen eben nicht mit. Hören Sie diese CD im Auto, sie laufen nicht Gefahr zwischenrein aufzuschrecken und das Lenkrad zu verreißen, sie laufen auch nicht Gefahr nach und nach durch die Musik euphorisiert zu schnell zu fahren (Ich übernehme aber keine Garantie, dass Sie so reagieren wie ich :-) ). Diese Interpretation ist wunderbar risikolos, aber eben auch tendenziell farblos.

Fazit: ein Muss nur für bedingunglose Rattle- und/oder Berliner-Philharmoniker-Fans, wobei ich den letztgenannten, sofern eine Aufnahme der Großen C-Dur von Schubert Ihnen reicht zu Karajan raten möchte. Diesen kann ich persönlich auch den Schubert-Fans empfehlen, allerdings wirklich nur diese eine Aufnahme genau dieser Symphonie (schon die mit eingespielte "Unvollendete" ist grenzwertig). Aus der Vielzahl der Konkurrenzeinspielungen kann ich außerdem noch Michael Gielen, Roger Norrington, Thomas Dausgaard, Leonard Bernstein und wenn auch mit leichten Abstrichen beim Klang Adrian Boult als Interpreten der Großen C-Dur-Symphonie empfehlen.
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13 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Audio CD
Vollmundig angekündigt als Rattle's erster Versuch an sinfonischem Schubert, wünscht man sich, nachdem sich die Höreindrücke gesetzt haben, er hätte noch ein wenig länger gewartet.
Wie schon in der enttäuschenden Interpretation von Beethoven's 6ter fällt Rattle hier auf überkommene, längst überholt geglaubte Interpretationsansätze zurück die Mendelssohn verschuldet hat und gegen die in den letzten 20 Jahren genügend Dirigenten wie Norrington, Harnoncourt, Hogwood und Gardiner angekämpft haben, die bei Rattle aber erstaunlicherweise manchmal auf taube Ohren gestoßen zu sein scheinen. D
a werden Tempi wieder ausgewalzt wie zu schlimmsten Karajan Zeiten, akkzente willkürlich gesetzt und unzählige Chancen verspielt aus vielen interessanten Ideen ein kohärentes ganzes zu schmieden.
Zu brav, nicht genügend gegen den Strich und irgendwie so klingend wie schon tausend mal von anderen gehört.
Nicht besser und nicht schlechter.
Auf jedenfall gelingt es mir nicht Schuberts viel erwähnte Begeisterung für das sommerliche Oberösterreich aus dieser Musik herauszuhören.

Dann aber begeht Rattle eine der für mich unverzeihlichsten Dirigentensünden überhaupt: Das weglassen einer Wiederholung, in diesem Falle die, der Exposition des Finales.

Ich hatte schon erwartet dieser Art geistigen Lapsus nicht noch einmal in einer hochprofilierten Neuaufnahme dieser Sinfonie erleben zu müssen, werde jedoch hier unsanft eines besseren belehrt.

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