Aaron Copland (1900-90) ist einer der wichtigsten amerikanischen Komponisten des 20. Jahrhundert. In seiner mittleren Schaffensperiode zwischen 1936 und 1948 schuf er seine populärsten und sehr amerikanischen Werke wie die Ballette "Billy the Kid", "Rodeo" und "Appalachian Spring".
Die 3. Sinfonie (1944/46, 43 Min.) ist die grossformatigste, episch ausgelegte Komposition von Copland, und ist eine der bedeutenden Sinfonien des 20. Jahrhunderts. Sie hat transparente Strukturen. Der Tonfall ist etwas feierlich, optimistisch und hat ein typisch amerikanisches Idiom. Geprägt ist sie zudem von satten Bläsereinsätzen. Der 3. Satz beginnt mit der berühmten "Fanfare for the Common Man" von Copland, die durch Emerson, Lake & Palmer Eingang in die Rockmusik gefunden hat. Bernstein, ein alter Freund Coplands, liefert mit den New Yorker Philharmonikern eine brillante Leistung ab.
"Quiet City" (1939, 10 Min.) ist im Gegensatz zur 3. Sinfonie eine kleine musikalische Meditation für Trompete, Englischhorn und Streichorchester. "Quiet City" kommt sehr leise daher, beginnt und endet in der Stille. Ich stelle mir dabei immer einen dunklen Bahnhof mit gedämpften Lichtern vor, wo wenige Leute auf den letzten Zug warten.