Casella scheint wie kaum ein anderer italienischer Komponist musikalische Einflüße aus der ganzen Welt aufgesogen zu haben wie ein Schwamm. Russiche, französiche und vor allem deutsche Romantik hatten es ihm schwer angetan und so nimmt sich die 2. Sinfonie des Gustav Mahler Verehrers wie eine Referenz an die großen Vorbilder aus, ohne dabei wie schlecht nachgemacht zu klingen.
Von der Anlage her ist das Werk mit Josef Suk's Asrael zu vergleichen. Molltonarten beherrschen es fast durchgehend und Erlösung bringt erst der Epilog; aber was bei Suk Verabeitung ganz persönlicher Katastrophen war, ist hier wie bei Mahler's Werken (die Casella nach eigenem Bekunden auswendig kannte) eher ein allgemeiner Kommentar über den Zustand der Welt.
Als zweites Werk findet sich auf der CD mit Scarlattiana ein hinreißender Beitrag zum Neoklassizismus.
Guter Sound, und engagiertes Spiel aller Beteiligten machen diese CD für mich zu einer ganz großen Entdeckung.
Jeder der sich zu Spätromantik hingezogen fühlt, darf bedenkenlos zugreifen.