Von dem großen ungarischen Dirigenten Ferenc Fricsay (1914-1963) gibt es eine Fülle von herrlichen Aufnahmen. Auf der vorliegenden CD sind einige seiner besten versammelt: Zunächst Dvoraks 9. Symphonie "Aus der Neuen Welt", die seit ihrem ersten Erscheinen 1960 bis heute neben den Aufnahmen von Szell, Klemperer, Dorati und Kubelik zu den Spitzeneinspielungen zählt. Sie ist klar in allen Einzelheiten, mit spürbarem Engagement und einem Einsatz gespielt, der in jedem Takt Fricsays innere Verbundenheit zu diesem Werk erkennen läßt.
Die "Füller" der CD sind eigentlich alles andere als das, sie werden durch Fricsays Musikalität zu schieren Hauptwerken. Das gilt in besonderer Weise für Smetanas "Moldau", die für mich hier noch überzeugender und feuriger dargeboten wird als in der berühmten Einspielung beim Süddeutschen Rundfunk (mit Probeauszügen). Das "Les Préludes" von Franz Liszt wird ohne jeden Bombast dargeboten und wird darum auch für Hörer, die mit dem Werk (wegen seines Mißbrauchs für Rundfunk-Sondermeldungen während der Nazizeit) ihre Schwierigkeiten haben, wieder genießbar. Die Aufnahmen wurden 1959 ("Die Moldau" im Februar 1960) gemacht, und sie wurden von der DGG digital so behutsam und sorgfältig aufbereitet, daß das Anhören auch heute noch ein Genuß ist. Nur ein leises Hintergrundrauschen verrät ein wenig das Alter der Einspielungen. Alle drei zählen zum unverzichtbaren Vermächtnis des leider viel zu früh verstorbenen Dirigenten.
Das beiliegende Textheft ist, wie bei allen "Originals", überdurchschnittlich gut. Auf dem Titelblatt zeigt es das originale Cover der LP-Erstausgabe. Für Sammler und Nostalgiker eine wertvolle Zugabe.