Beethovens Symphonien werden häufig als die "klassischen" Modelle einer Musikepoche angesehen. Doch die drei hier eingespielten symphonischen Kompositionen zeigen, daß auch ein Klassiker wie Beethoven sich ständig auf dem schmalen Grat zwischen Tradition und Zukunft bewegte.
In seiner Sechsten Symphonie fußt Beethoven einerseits auf der reichen Tradition des pastoralen Sujets in der Musik und weist andererseits voraus auf die romantische Musikästhetik.
Beethovens Anweisung "mehr Ausdruck als Mahlerey", die er gleichsam als Motto seiner Symphonie voranstellte, ist vor dem Hintergrund damals populärer Programmusik zu verstehen.
obwohl viele Passagen der Sechsten eindeutig Klangmalerei sind, wie die Satzbezeichnungen unschwer zu verstehen geben, will Beethoven sich distanziert wissen von einer oberflächlichen musikalischen Beschreibung von Naturereignissen.
Das Chorwerk "Meeresstille und glückliche Fahrt" von 1814/15 zu zwei Gedichten von J.W. von Goethe ist ebenfalls illustrativ komponiert, jedoch ohne daß die lautmalerische komponente dominiert.
Die anschließende "Glückliche Fahrt" hat ein beschwingtes trioähnliches Metrum.
Für ein Konzert am 22. Dezember 1808 im Theater an der Wien, in dem die Uraufführungen seiner Fünften und Sechsten Symphonie stattfanden, schrieb er in aller Eile noch ein Gelegenheitswerk als krönendes Finale. In diesem werk, der sogenannten Chorfantasie op. 80 verknüpfte Beethoven Instrumental- mit Vokalstimmen und durchbrach damit die dreihundertjährige Tradition der Fantasie als reines Instrumentalstück.
Die CD ist nicht nur für Beethovenliebhaber ein Genuß, da Claudio Abbado eine Interpretation abliefert, die ihres Gleichen sucht.