Vor späten Karajan-Aufnahmen wird häufig gewarnt (siehe Mozart-Aufnahmen) und hier bildet auch diese keine Ausnahme. Dvoraks Neunte wird lieblos heruntergespielt, es wird kein Wert auf Details, auf Ausdrucksstärke gelegt. Die Tempi erscheinen unpassend, an wichtigen Stellen fehlt es an Kraft und Breite, über andere (Largo) wird hinweggehetzt und viel Potential dieser eindrucksvollen Sinfonie verschenkt.
Smetanas Moldau trifft es noch übler, hier passt gar nichts zusammen und auch hier bringt der Ausdruck der Lieblosigkeit das große Manko am besten auf den Punkt.
So hart es klingen mag, aber in diesem Fall ist es nicht schwierig bessere Aufnahmen dieser beiden Stücke zu finden (Kubelick, Harnoncourt), sondern im Gegenteil fallen mir kaum Aufnahmen ein, die ähnlich schlecht sind.