Wenn man von Wagner den belastenden Sprechgesang entfernte, dann hätte man beinahe Bruckner - so beschreibe ich Bruckners Stil. Aber es fehlt auch die permanente Aggressivität Wagners; ich begrüße das.
Es sind großzügige und wilde Gefühle in freien und gewaltigen Räumen. Von religiösem Empfinden wird gesprochen, in Bezug auf Anton Bruckners Sinfonien, immer wieder. Das kann ich verstehen, weil für mich seine Konzerte in einem "animistischen" Dom stattfinden, mit Bergen, Seen, Wäldern. Bruckner komponierte für mein Ohr wie ein Adler - nicht wie ein Engel.
Järvi, den ich gerade wieder live erleben durfte, zeigt immer wieder, wie er eine wuchtige Klangwand mit Dynamik, jedoch ohne bombastisches Brimborium erschafft. Da wird kein Brei geliefert, da wird nicht gedröhnt. Järvi hat skandinavische Klarheit und Determiniertheit; er posiert nicht, er ist einfach präsent - und er versteht Bruckners Landschaften zu bereisen!
Übrigens hat die CD optional SACD-Abspielmöglickeit. Das ist klanglich Highend, in diesem Fall.