Das erste Mal erfuhr ich von Gustavo Dudamel, als ich mir den Mambo aus den Symphonic Dances von Leonard Bernstein auf Youtube anhörte. Mir hat dieser Elan des Orchesters und des Dirigenten sofort gefallen und ich habe mich im Internet ein wenig herumgelesen und bin dann auf diese Aufnahme gsetoßen. Ich war sowieso auf der Suche nach einer guten Einspielung von Mahlers 5. gewesen (die Einspielung von Bernstein die, die ich noch habe (WPH, 1988) wirkt mir irgendwie zu stoisch), also hab ich mir die CD bestellt.
Ich war sogleich von der musikalischen Fülle dieser Aufnahme begeistert. Allein der erste Satz, der "Trauermarsch" ist meiner Meinung nach ein Wahnsinn. Aus meiner Blasmusikzeit weiß ich, dass bei einem trauermarsch der Beginn meist in Moll und das Trio in Dur stehen. Das hat folgenden philosophischen Hintergrund: "Es ist traurig, dass ein Mensch stirbt, aber es muss ja irgendwie weitergehen!" Und Dudamel schafft es mit fast chirurgischer Präzision, die Momente der Trauer den Durstellen gegenüberzustellen.
Der zweite Satz und der dritte Satz bietet eine Fülle von Emotionen, die, wie ein Vorrezensent treffend schrieb: von einer "puren Lust am Musizieren" zeugen können.
Im Adaghietto beweist Dudamel, dass er es trotz seines noch relativ jungen Alters versteht, Klangkonstrukte aufzubauen, sie wieder niederzureißen und so die Spannung aufrecht zu erhalten.
Und der Finalsatz ist genial sondergleichen. Auch hier treibt Dudamel das Orchester zu Höhenflügen an, die dann in den letzten drei Minuten zu einen gewaltigen Höhepunkt führen.
5 Sterne!