Claudio Abbado ist einer der führenden Mahler-Interpreten unserer Zeit! Die Fünfte ist hierbei sein Paradestück, sowohl in einer Neuaufnahme mit den Berliner Philharmonikern als auch 20 Jahre zurück mit dem Chicago Symphony Orchestra. Beide Interpretationen sind gänzlich unterschiedlich, und man erkennt gut die Wandelung der Werkansichten eines Dirigenten über eine längere Zeitspanne hinweg. Ist die ältere Auslegung Abbados noch absolut romantisierend, erkennt man bei der aktuellen Berliner Einspielung eher analytische Tendenzen. Hier soll jedoch die Aufnahme aus Chicago im Vordergrund stehen:
Es war die erste Aufnahme von Mahler's Fünfter, die ich überhaupt gehört hatte! Seitdem habe ich auch viele andere gehört, auch sehr gute. Ich will hier nicht behaupten, dass Abbados Einspielung die beste von allen ist, aber sie hat etwas, das mich an ihr festhalten ließ! Ein inneres Feuer, eine Wärme und Leidenschaft, eine Vehemenz und Ausstrahlung, wie ich es bei anderen Einspielungen in dieser Art nicht mehr erlebt habe. Sicher spielen bei so einer Bewertung v.a. subjektive Gesichtspunkte eine Rolle, aber Musikempfinden sollte m.E. auch in erster Linie subjektiv und gefühlsmäßig sein.
Der Klang und das Orchesterspiel dieser Aufnahme sind grandios, und Abbado's Mahler-Verständnis wirkt auf mich so natürlich und ungekünstelt, dass man eigentlich total vergisst, dass es sich beim Dirigieren ja um eine individuelle Werkauslegung handelt.
Von mir für diesen Schatz die bestmögliche Bewertung!!!