Eine seltsame Sinfonie. Als Bruckner-Freund habe ich zwar alle seine Sinfonien (in vielen Interpretationen), aber die Fünfte ist immer wieder ein seltsames Phänomen. Seltener gespielt als beispielsweise die Vierte oder die Siebte ist sie sicher irgendwie schwieriger. Dadurch, daß sie aber nicht nur Körper und Seele, als auch den Intellekt fordert, ist das Gefühl am Ende kaum zu beschreiben. Man ist glücklich, erschöpft, befriedigt. Gerade das Finale ist von einer derartigen verdichteten musikalischen Gewalt, daß ich nichts Vergleichbares kenne. Die Aufnahme mit dem NDR ist in jeder Hinsicht unantastbar. Günter Wand als größten Bruckner-Interpreten zu bezeichnen hieße Eulen nach Athen tragen - es gibt keinen Besseren.