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Zum einen erwuchsen die Sinfonien Mahlers häufig mehr oder weniger direkt aus literarischen Vorlagen (auch über seinen Sinfonien zu Grunde liegende 'Programme' äußerte sich Mahler bekanntlich) oder sie sind direkte Vertonungen von Texten: 'Musik gewordene Poesie'.
Zum anderen scheint dieser kompositionstechnische Aspekt die Keimzelle für die filigranen Klangbilder zu sein, die Abbado mit den Berliner Philharmonikern und Renée Fleming (sie ergänzt das Ensemble im 4. Satz der Sinfonie; kongenial: Guy Braunsteins Violonsolo im 2. Satz) zaubert: 'zu Poesie werdende Musik'.
Abbados/Flemings Interpretation ist ausgesprochen sensibel, subtil, lyrisch im Ton, doch auch energisch zupackend an den wenigen Stellen, die es erfordern. Die Abstufungen der Dynamik, die Schattierungen der verschiedensten Klangfarben und melodischen Linien gelingen äußerst lebendig und setzen poetische, imaginative Energien frei: man hat das Gefühl, einer Kinobreitwandversion der 4. Mahlersinfonie mit unglaublich sprechenden Bildern beizuwohnen.
Dieses ausgesprochen hohe Niveau der Mahler-Deutung gilt auch in excellenter Weise für die brillante Wiedergabe der 7 Berg-Lieder.
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