Ich kann dieser Aufnahme von Mahlers Dritter nicht so viel abgewinnen, auch wenn sie Meriten hat, allen voran subtiles Orchesterspiel. Aber Chailly tendiert dazu, die Tempi insgesamt so langsam zu nehmen, dass die Symphonie zu zerfallen droht. Und es stellt sich nicht dieser besondere (Natur-) Zauber ein, wie ihn Abbado in seiner legendären Wiener Aufnahme gestalten konnte. Und dort hatte er auch eine überragende J. Norman, die P. Lang deutlich überlegen ist. P. Lang ist jetzt nicht schlecht, aber sie schafft es nicht, die Misterioso-Stimmung zu verwirklichen und sie kann auch nicht den Spannungsbogen halten (was jetzt aber auch wieder an Chailly's Dirigat liegen mag...).
Insgesamt also keine wirklich schlechte, aber leider auch keine gute Aufnahme. Unerreicht bleibt für mich die angesprochene Wiener Aufführung unter Abbado, die Neueinspielung unter Jansons wäre eine Alternative.