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Der Dirigent Claudio Abbado und das Lucerne Festival verbindet seit Jahren eine innige Beziehung. Entstanden daraus ist u. a. die Idee eines Eliteorchesters, dessen Besetzung immer den jeweiligen Projekten angepasst wird, nicht umgekehrt. Wenn also das Lucerne Festival Orchestra spielt, ist die Zusammensetzung zwar variierbar. Am höchsten Niveau der Musiker, ob gerade aus einem Jugendorchester herausgewachsen oder schon etabliert, gibt es aber nichts zu rütteln.
Mit "La Mer", den drei symphonischen Skizzen von Claude Debussy, führt uns Abbado auf eine phantastische Reise. Eher farbbeladen und dicht denn skizzenhaft beschreibt uns Debussy sein geliebtes Meer. Der Dirigent folgt dieser Beschreibung mit einer unheimlichen Hingabe und einer unbeschreiblichen Transparenz. Kongenial übernimmt das Orchester seine Intentionen. Die Bläser mal sprudelnde Wellen, mal große Fläche suggerierend. Umsäuselt von windigen Streichern und zart schmeichelnder Harfe wird dieses Werk zu einem (Natur)-Erlebnis. In Gustav Mahlers "Symphonie Nr. 2" werden etwas schwerere Geschütze aufgefahren: In diesem Monumentalwerk wird das Menschheitsproblem von Tod und Auferstehung behandelt. Abbado schafft es, trotz sich im Nichts verlierender Piani, sich zu Schmerzensschreien entwickelnder Crescendi und auch scherzhaft-ironischer Passagen, eine abgeklärte Ausgewogenheit zu erzeugen, die dem Ganzen nur noch tiefschürfendere Konturen gibt. Und mit dem Schlusssatz "Die Auferstehung" findet diese Live-Doppel-CD durch einen hinreißenden Abbado, ein Weltklasse-Orchester, zwei grandiose Solistinnen (Eteri Gvazava, Sopran und Anna Larsson, Alt) und einem überzeugenden Chor einen krönenden Abschluss.
Rudolf Kamm
Produktbeschreibungen
2CD Lucern Festival Orchestra/Claudio Abbado