Nach ihrem Debüt-Album "Burned Alive By Time" aus dem Jahr 2002 und unzähligen Shows (vor allem in den Staaten) hat sich die Band eine stetig wachsende Fanschar erspielt. Gefolgt wurde das Album von einem Coveralbum ("Writer's Block"), einem Live-Album ("At Our Worst") einer DVD (Hotter, Wetter, Stickier, Funnier"), die allerdings allesamt bei ihren Fans keine großen Begeisterungsstürme hinterlassen konnten und eher einen faden Beigeschmack von "Sell Out" hatten. Gerüchte kursierten, dass die Band einfach möglichst schnell den bestehenden Vertrag bei Eulogy erfüllen wollte, um sich nach neuen Labels umsehen zu können. Das neueste Album ist nach drei Jahren nun das neue komplette Album der Band, wieder bei Eulogy erschienen und musikalisch deutlich gereift.
War das Debütalbum "Burned Alive By Time" noch kantig, kratzig und streckenweise etwas holprig, so klingt "Sincerity Is An Easy Disguise In The Business" wie aus einem Guss. Das wüste und für Evergreen Terrace charakteristische Geschrei von Andrew hat kein bisschen an Wucht eingebüßt, streckenweise ist es noch wütender geworden und die ebenso charakteristischen cleanen Vocals von Gitarrist Craig sind weiter ausgearbeitet worden. Ihren Metalcore haben Evergreen Terrace nun streckenweise noch mit einer gewissen Punk-Attitüde und Rock-Charme gesalzen. So klingt das Album nicht mehr so zerbrechend wie das Debütalbum, dafür facettenreicher und lebendiger, manchmal sogar fröhlicher. "Sincerity..." steckt voller Ohrwurmmelodien. Die Breakdowns sind (zwar weniger geworden, aber) zielgerichteter eingesetzt. Sind Evergreen Terrace also mit ihrem neuen Album weicher geworden? Nicht wirklich. Haben sie sich weiter entwickelt? Ja, das haben sie. Bei dieser Entwicklung sind die Songs runder geworden, was auf der einen Seite zu mehr Ohrwurmqualität führt, auf der anderen Seite aber eben auch - und das ist das einzige, das man bemängeln kann - einige Kanten verloren hat. Trotzdem ist "Sincerity..." eine fesselnde Platte, die genügend Moshparts mitbringt, um nicht Gefahr zu laufen,
in eine kommerzielle MTV-Weichspülerfraktion abzurutschen.